Terror in Nigeria
Bombenexplosion nach Fußballspiel: Dutzende Tote
Ob auch Spieler unter den Opfern sind, ist noch unklar. Laut der Ärztin, die nicht namentlich genannt werden wollte, scheint es sich bei den meisten Toten aber um Fans zu handeln. Ein Dorfbewohner berichtete, die Explosion habe sich offenbar inmitten der Menschenmenge ereignet, die nach dem Abpfiff über den Platz nach Hause strömte. Unter den Opfern seien auch Kinder.
Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand. Allerdings hat die islamistische Extremistengruppe Boko Haram schon mehrfach Anschläge auf Ziele in Nigeria verübt, die sie als westlich geprägte Einrichtungen betrachtet - etwa Sportanlagen oder säkular unterrichtende Schulen.
Ausnahmezustand wegen des Kampfes gegen Boko Haram
Mubi liegt nahe der Grenze zu Kamerun im nigerianischen Bundesstaat Adamawa. Dort gilt seit mehr als einem Jahr der Ausnahmezustand wegen des Kampfes der Regierungstruppen gegen Boko Haram. Im Oktober 2012 hatten Angehörige der ultrakonservativen Sekte eine Hochschule in Mubi überfallen und etliche Studenten in ihren Schlafräumen brutal ermordet. Vielen der Opfer wurde damals die Kehle aufgeschlitzt.
Die vor zehn Jahren gegründete Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei zahllosen Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen wurden seit 2009 Tausende Menschen getötet. Für internationale Empörung sorgte zuletzt vor allem die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen durch die Islamisten im April. Der UN-Sicherheitsrat stuft Boko Haram seit Kurzem als Terrororganisation ein und führt die Extremisten wegen ihrer Verbindungen zu Al-Kaida auf der Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk.
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