Innsbrucks Bergretter werden immer öfter zu Einsätzen gerufen, weil junge „Abenteurer“, die auf der Durchreise kurz in der Landeshauptstadt sind, schnell noch eine Bergtour machen wollen – und dabei die Tourenplanung einfach der KI überlassen.
Insgesamt 148 Mal wurde das 64 Bergretter starke Team um Ortsstellenleiter Bruno Berloffa im Jahr 2025 zu Einsätzen alarmiert. „Die Zahl entspricht dem langjährigen Schnitt“, sagt Berloffa, der – wie der Vorstand – kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der Ortsstelle deutlich wiedergewählt wurde.
Lebensrettung in der Neujahrsnacht
Die Rettung von Verstiegenen hat die Einsätze wieder geprägt. Dabei blieb besonders die Rettungsaktion für eine Berlinerin zu Silvester in Erinnerung. „Sie wollte die Zeit bis zum Jahreswechsel mit einer Wanderung in die Kranebitter Klamm nützen, stürzte jedoch ab und verletzte sich“, schildert Berloffa. In einer stundenlangen nächtlichen Suche konnte die Frau gefunden werden. Die Bergretter versorgten sie in einem Wärmezelt, ehe der Hubschrauber die Frau am Neujahrsmorgen in die Klinik flog. „Allein hätte sie nicht überlebt“, sagt Berloffa.
Zwischendurch rasch eine Tour unternehmen, scheint generell ein neuer Trend geworden zu sein. Und dafür bedienen sich die Jungen gerne der KI – und geraten in gefährliche Lagen.
Blind der Künstlichen Intelligenz vertraut
„Solche Fälle nehmen zu“, stellt Berloffa fest, der seit 18 Jahren die BR Innsbruck leitet. Erst kürzlich mussten die Bergretter zwei Verstiegene bergen, die blind der Künstlichen Intelligenz vertraut hatten.
Bekleidet mit Jogginghose, lässig ungebundenen Schuhen und ohne Socken geht man einfach nicht in die Berge.

Bruno Berloffa, Ortsstellenleiter Bergrettung Innsbruck
Bild: Bergrettung Innsbruck
„Sie hatten bei einem Zwischenstopp ihres Busses in Innsbruck einen mehrstündigen Aufenthalt und ließen sich von der KI eine Tour zum Hechenbergl vorschlagen“, schildert der Ortsstellenleiter. Unfassbar: Die Wanderer trugen im Winter Turnschuhe und steckten beim Abstieg in extrem steilem Gelände auf eisigem Untergrund fest. Die Einsatzkräfte konnten die „Abenteuerlustigen“ zum Glück unverletzt bergen.
Neben KI-Touren stellt Berloffa auch die Kleidung infrage, mit der manche Jungen unterwegs sind. „Mit Jogginghose, ungebundenen Schuhen und ohne Socken geht man nicht in die Berge“, mahnt er.
Nonnen in Bergnot
Eine Premiere stellte die Rettung von zwei Nonnen auf der Nordkette dar. Eine der beiden war im Bereich der Herzwiese ausgerutscht. Nach Erstversorgung durch die Bergretter flog der Heli die Verletzte aus. Die zweite Nonne brachten die Bergretter terrestrisch ins Tal. „Solche Einsätze haben wir nicht alle Tage“, schmunzelt Berloffa.
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