Aktivisten in Haft

NL: Greenpeace kettete Gazprom-Bohrinsel fest

Ausland
27.05.2014 12:59
In den Niederlanden sind am Dienstag sechs Greenpeace-Aktivisten festgenommen worden, die eine Bohrinsel mit Ketten angedockt hatten, um ihren Transport in die Arktis zu verhindern. Die Polizei verwies darauf, dass die Umweltschützer eine Anordnung ignoriert hatten, die Ölplattform zu verlassen, die im Hafen von IJmuiden nordwestlich von Amsterdam ankert.

Taucher und Aktivisten von Greenpeace waren am Montagabend auf die gigantische Bohrinsel "GSP Saturn" geklettert, die der russische Energieriese Gazprom gechartert hat. Anschließend machten sie die Plattform mit Ketten am Dock fest. Gazprom will mit der Insel im Feld Dolginskoje in der nördlichen Petschorasee nach Öl bohren.

70-jähriger Niederösterreicher an Aktion beteiligt
An der Aktion waren 30 Aktivisten beteiligt, darunter ein 70-jähriger Österreicher. "Ölbohrungen in diesem sensiblen Ökosystem sind extrem riskant. Ich habe fünf Kinder und ich möchte ihnen nicht eines Tages erklären müssen, dass ich für unseren Planeten nichts gemacht habe", erklärte der Niederösterreicher Fuat Kent seinen Taucheinsatz. Er und ein zweiter Österreicher seien nicht unter den Festgenommenen, sagte Lukas Meus, Arktis-Sprecher von Greenpeace.

Bereits zweite Attacke auf eine Gazprom-Bohrinsel
Die "GSP Saturn" ist die zweite Gazprom-Bohrinsel, die Greenpeace attackierte, um auf Gefahren der Ölförderung in der Arktis aufmerksam zu machen. Im September verhafteten russische Sicherheitskräfte 30 Aktivisten und Journalisten und hielten sie zwei Monate fest. Sie hatten zuvor die Plattform "Priraslomnaja" in der Petschorasee besetzt.

Laut Greenpeace fördert Gazprom als erster Konzern weltweit Öl aus dem Meeresboden des arktischen Ozeans. Der Konzern plant demnach, dieses Jahr rund 300.000 Tonnen Öl nach Europa zu liefern. Anfang Mai protestieren Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Rotterdam gegen die erste Öllieferung. Die Organisation fordert ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Bisher haben laut ihren Angaben schon mehr als fünf Millionen Menschen eine Online-Petition unterschrieben.

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