31.01.2006 18:51 |

Eishallen-Einsturz

Leim ließ Reichenhaller Eissporthalle einstürzen

Der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall ist nach Untersuchungen des Baustofftechnologen Bernd Hillemeier wahrscheinlich auf die Verwendung falschen Leims zurückzuführen. Der Experte von der Technischen Universität Berlin hatte für das ZDF- Magazin "Frontal 21" mehrere Proben aus der eingestürzten Holzdachkonstruktion analysiert. Bei dem Unglück in Bad Reichenhall waren Anfang Januar 15 Menschen ums Leben gekommen.

"Unter den klimatischen Bedingungen, die in der Halle geherrscht haben, war es der falsche Leim", sagte Hillemeier. "Er ist der Hauptverursacher, dass etwas passiert ist, dass sich Verbindungen gelöst haben." Die Untersuchungen in seinem Institut hätten gezeigt, dass Leim auf Harnstoffbasis verwendet wurde. Unter Fachleuten sei seit langem bekannt, dass dieser Leim Wasser aufnehmen und dadurch seine Klebewirkung verlieren könne.

Leim war zu großer Feuchtigkeit ausgesetzt 
In Bad Reichenhall hatte sich unter dem Hallendach Kondenswasser gesammelt - der Leim war damit großer Feuchtigkeit ausgesetzt. Die Halle war 1973 als offenes Gebäude errichtet worden. Wenige Jahre später wurden Seitenwände aus Glas eingebaut. Fachleute vermuten, dass damit die Feuchtigkeitsbildung noch verstärkt wurde.

Zum Zeitpunkt der Trauerfeier hatte man noch keine Ahnung, was zu dem Einsturz geführt hatte: "Die Frage nach Schuld und Verantwortung ist ganz selbstverständlich", sagte die Bischöfin. "Man will Ursachen kennen, Gründe wissen für das, was einem so unfassbar, so entsetzlich sinnlos vorkommen muss." Ob zu viel Schnee auf dem Dach oder lange überfällige Sanierungsmaßnahmen - die möglichen Ermittlungsergebnisse änderten nichts "am Elend der betroffenen Familien, an ihrer Trauer. Sie haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu beklagen. Nichts mehr wird so sein, wie es vorher war."