Neun Stunden allein
Bergsteiger überlebt 22-Meter-Sturz im Himalaya
All, 44, ist Professor für Geografie und Umweltstudien an der Western Kentucky University. Er untersucht mit Kollegen die Umweltverschmutzung und Gletscherschmelze in aller Welt. Er war eigenen Angaben zufolge mit einem Forschungsteam auf dem Mount Himlung im Himalaya unterwegs, nachdem der Mount Everest nach dem Tod von 16 Sherpas gesperrt worden war. Einer von ihnen war als Führer von Alls Team vorgesehen gewesen.
Am Montag schließlich kam es zum folgenschweren Unfall: All war alleine unterwegs, seine Teammitglieder in niedrigeren Camps. Diese hätten zwei Tage gebraucht, um ihn zu erreichen, so der erfahrene Bergsteiger. Er stürzte gut 22 Meter in die Tiefe, brach sich mehrere Rippen sowie den rechten Arm, kugelte sich die Schulter aus und zog sich noch dazu innere Verletzungen zu.
"Wie zur Hölle soll ich da hochkommen?"
Der 44-Jährige hielt die Situation per Video fest (oben ansehen). Mit blutverschmiertem Gesicht zeigt All seine beinahe hoffnungslose Situation - mitten in Schnee und Eis, unter ihm gähnt die Gletscherspalte, oben ist erst in weiter Ferne ein kleines Stück Himmel zu sehen. "Ich bin durch dieses Loch gefallen. Zum Glück bin ich nicht noch weiter da runter gefallen. Stattdessen bin ich hier eingeschlossen", erklärt All, der immer wieder Schmerzenslaute ausstößt.
Er müsse wohl irgendwie nach oben klettern, so der 44-Jährige, aber "wie zur Hölle soll ich da hochkommen?", fragt er. "Verdammt!" Er habe gedacht, er müsse sterben, erklärte Hall gegenüber der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Doch er habe sich trotz seiner Verletzungen mithilfe eines Eispickels in sechs Stunden nach oben gekämpft.
Neun Stunden allein überlebt
Er habe es mit letzter Kraft ins Zelt geschafft, so All. Dort habe er Hilfe gerufen - doch aufgrund des schlechten Wetters habe der angeforderte Helikopter nicht starten können. Er habe vor allem wegen seiner inneren Blutungen Sorge gehabt, zudem hatte er sich Erfrierungen an den Fingern zugezogen. Drei Stunden habe er gewartet - blutend und zitternd, bis am Dienstag der Rettungshubschrauber auf 6.000 Metern aufsetzte.
All wurde in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Katmandu gebracht, wo er über Nacht auf die Intensivstation kam. Die Ärzte hätten ihn gleich eine Woche behalten wollen, so der Wissenschaftler, doch er habe das Spital einen Tag später verlassen. Er erholt sich nun in einem Hotel, allerdings nur ein paar Wochen lang. Dann nämlich stehe bereits der nächste Bergsteiger-Trip an, diesmal in Peru.
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