Trotz Atom-Streit
Russen wollen Iran acht Atomkraftwerke verkaufen
Schon der bislang einzige Atomreaktor des Landes in Buschehr wurde mit russischer Hilfe errichtet. Noch in diesem Jahr könnten der Iran und Russland nun einen Vertrag über den Bau von mindestens zwei weiteren Reaktoren in Buschehr schließen, berichteten die Nachrichtenagenturen Ria Nowosti und Reuters übereinstimmend unter Berufung auf russische Verhandlungsteilnehmer.
Auswirkungen auf Atom-Verhandlungen nicht absehbar
Das russische Staatsunternehmen Rosatom hatte zuvor bestätigt, dass Gespräche mit Iran über den Bau weiterer Atomanlagen liefen. Der Konzern nannte jedoch keine Details. Der erste Deal zwischen Teheran und Moskau könnte allerdings Teil eines größeren Abkommens werden, das die Errichtung von insgesamt acht Atomkraftwerken umfasse.
Die Auswirkungen des Deals auf den anhaltenden Streit um das iranische Atomprogramm sind vorerst nicht absehbar. Russland gehört zur Sechsergruppe, die seit Jahren mit dem Iran über Kontrollen seiner atomaren Anlagen streitet. Dabei geht es um den Verdacht, das Land könne Atombomben entwickeln, was die iranische Regierung bestreitet.
Rohani hält Atom-Einigung bis Juli noch für möglich
Der iranische Präsident Hassan Rohani zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass die Verhandlungen mit der Sechsergruppe wie geplant Ende Juli abgeschlossen werden. Es sei noch ausreichend Zeit, sich bis zum 20. Juli auf ein Abkommen zu einigen, das den Verzicht auf eine militärische Nutzung der Atomkraft durch den Iran regelt, sagte Rohani am Donnerstag in Shanghai.
In der vergangenen Woche hatte eine weitere Verhandlungsrunde des Iran mit den fünf UNO-Vetomächten - USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien - und Deutschland keine Fortschritte erbracht. Das hatte Zweifel geschürt, dass der von den Gesprächspartnern selbst gesteckte Termin eingehalten werden kann.
Ein hochrangiger US-Vertreter hatte anschließend erklärt, die Verhandlungen kämen kaum voran und gestalteten sich schwierig. Die Gespräche sollen im Juni fortgesetzt werden.
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