Kurz vor Angriff?

Jemen will Militär gegen Entführer einsetzen

Ausland
04.01.2006 10:16
Drei Tage nach der Entführung von fünf Italienern im Jemen ist keine friedliche Lösung der Geiselkrise in Sicht. Soldaten und Sicherheitskräfte setzten am Mittwoch nach Medienberichten die Belagerung des Ortes fort, an dem Mitglieder eines Stammes in der ostjemenitischen Provinz Marib die Italiener seit Sonntag festhalten.

Armee und Polizei hätten in den vergangenen Stunden einen Versuch der Geiselnehmer vereitelt, mit den beiden männlichen Geiseln zu fliehen, hieß es auf einer Internetseite des Verteidigungsministeriums in Sanaa.

Über neue Verhandlungen mit den Geiselnehmern wurde nichts bekannt. Mitglieder des Al-Saidi-Stammes hatten die Italiener - zwei Männer und drei Frauen - am Sonntag verschleppt. Sie wollen acht inhaftierte Stammesangehörige freipressen und haben mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht, sollten die Sicherheitskreise versuchen, die Italiener gewaltsam zu befreien. 

Frauen blieben bei Geiselnehmern
Die drei Frauen unter den Geiseln sollten Sonntagabend freigelassen werden. Sie lehnten es aber ab zu gehen und forderten, dass auch ihre beiden männlichen Begleiter auf freien Fuß gesetzt würden. Laut italienischem Außenministerium waren die Geiseln in einer Gruppe von 16 Touristen unterwegs.

Deutsche und Österreicher wieder frei
Erst am Silvestertag waren der deutsche Ex-Staatssekretär Jürgen Chrobogs, eine Frau Magda und die drei erwachsenen Söhne nach dreitägiger Geiselhaft im Jemen wieder freigekommen. In der Woche vor Weihnachten waren die beiden österreichischen Architekten Peter Schurz (52) und Barbara Meisterhofer (31) von Angehörigen eines jemenitischen Stammes in der Provinz Marib entführt worden. In der Nacht vor dem Heiligen Abend wurden sie freigelassen.

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