Fastenzeit

40 Tage ohne Fleisch sind mehr als nur Verzicht

Tierecke
15.02.2026 11:01

Ab 18. Februar beginnt die Fastenzeit. Eine alte Tradition lädt zum Innehalten ein. Und vielleicht auch dazu, den Blick auf Mensch und Tier neu auszurichten. Denn jede Mahlzeit ist eine Wahl. Und 40 Tage lang können wir anders wählen als gewohnt.

Was bedeutet Fastenzeit heute? Für manche ist es eine religiöse Verpflichtung, für andere eine willkommene Auszeit vom Überfluss. Für wieder andere schlicht irrelevant. Unabhängig davon, wie man zu dieser 40-tägigen Tradition steht. Sie erinnert an Jesu Zeit in der Wüste und lädt seit Jahrhunderten zum bewussten Innehalten ein. Ursprünglich mit klaren Regeln: Verzicht auf Fleisch, Alkohol und üppige Mahlzeiten.

Viele Menschen gestalten diese Zeit ganz individuell. Manche „fasten“ digital, andere verzichten auf Süßigkeiten und schrauben ihr Konsumverhalten generell zurück. Die Form hat sich gewandelt, der Kern bleibt. Eine bewusste Unterbrechung des Gewohnten.

Weniger als Verzicht, mehr als Gewohnheit
Diese 40 Tage laden ein, Routinen zu hinterfragen und genauer hinzusehen. Was ist zur bloßen Gewohnheit geworden? Der traditionelle Fleischverzicht bekommt in Zeiten, in denen viele ihr Verhältnis zu Tier und Natur überdenken, eine neue Dimension. Er lenkt den Blick auch auf jene Lebewesen, die für unseren Teller ihr Leben geben.

Die unsichtbare Realität
Hinter manch einem Schnitzel steht eine Realität, die viele ausblenden. Jährlich werden allein in der EU Millionen Nutztiere über Tausende Kilometer transportiert – eingepfercht in LKWs, oft bei extremen Temperaturen, ohne ausreichend Wasser oder Ruhepausen. Die Transporte dauern manchmal Tage. Schweine, Rinder, Hühner – Lebewesen, die Stress und Schmerz empfinden, werden zur industriellen Ware.

Auch die Bedingungen in der Massentierhaltung sind bekannt und bleiben doch abstrakt. Enge Ställe, verkürzte Lebenszyklen, routinemäßige Eingriffe ohne Betäubung. Was in der Theorie empört, verschwindet im Alltag hinter Verpackungen und Marketingbegriffen. Die Fastenzeit könnte ein Moment sein, sich dies bewusst zu machen. Möchte ich das unterstützen?

Is(s)t man noch gesund?
Der durchschnittliche Österreicher isst rund 63 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Ernährungsexperten empfehlen. Dass weniger gesünder wäre, ist wissenschaftlich belegt. Doch zwischen Wissen und Handeln liegt oft eine Lücke, die im Alltag schwer zu überbrücken scheint.

Warum diese Zeit nicht als kulinarische Entdeckungsreise begreifen? Bunte Linsencurrys, knusprige Gemüsepfannen, cremige Bohnenaufstriche. Die pflanzliche Küche hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Sie ist vielfältiger, raffinierter und genussvoller als je zuvor.

Schnelle Kraftsuppe

Rote Linsen-Kokos-Suppe: Rote Linsen, Kokosmilch, Kreuzkümmel, Kurkuma, frischer Ingwer – fein püriert, fertig in weniger als 30 Minuten. Wärmt von innen, sättigt nachhaltig und liefert pflanzliches Eiweiß. Mit geröstetem Brot wird daraus eine vollwertige Mahlzeit. Perfekt für stressige Wochentage.

(Bild: stockadobe.com)

Wärmend und sättigend

Ofengemüse mit weißen Bohnen und Joghurt-Zitronen-Sauce: Bunte Paprika, Süßkartoffeln und Zucchini im Ofen rösten, mit weißen Bohnen kombinieren. Dazu eine cremige Sauce aus griechischem Joghurt, Zitrone, Knoblauch und Olivenöl – einfach alles verrühren. Mit frischem Fladenbrot servieren. Braucht wenig Vorbereitung, sieht auf dem Teller großartig und ist in etwa 40 Minuten auf dem Tisch.

40 Tage als Experiment
Niemand muss nach diesen 40 Tagen Vegetarier bleiben. Die Fastenzeit ist ein Angebot zum Ausprobieren. Vielleicht entdeckt man, dass der Sonntagsbraten mehr bedeutet, wenn er nicht selbstverständlich ist. Oder man merkt, dass unter der Woche kaum etwas fehlt. Vielleicht verändert sich auch der Blick auf das, was man kauft – und woher es kommt!

Bei jedem Einkauf im Supermarkt, jeder Mahlzeit treffen wir eine Entscheidung. 40 Tage lang kann man sich erlauben, diese Entscheidung neu zu treffen. Nicht um sich etwas zu verbieten, sondern um Neues zu entdecken. Für sich selbst, die Tiere. Für eine Welt, in der beides Platz hat: Genuss und Verantwortung.

Am 18. Februar beginnt diese Zeit. Sie liegt offen vor uns ...

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