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Das wird ein Spaß: Erster Blick auf “Mario Kart 8”

Spiele
14.05.2014 09:40

Seit ihrem Start Ende 2012 kämpft Nintendos Wii U mit vergleichsweise schwachen Absatzzahlen. Am 30. Mai führen die Japaner nun ihre stärkste Spielspaß-Waffe ins Feld, um der schwächelnden Konsole auf die Sprünge zu helfen: den mittlerweile achten Ableger der Kult-Rennspielserie "Mario Kart". krone.at hatte bei einem Nintendo-Event in Wien vorab bereits Gelegenheit, einen ersten Blick auf den Fun-Racing-Hoffnungsträger zu werfen. Welchen Eindruck das neue "Mario Kart" auf uns gemacht hat, erfahren Sie in der Vorschau.

Das Erfolgsrezept der "Mario Kart"-Reihe ist seit dem vor 22 Jahren für das Super Nintendo erschienenen ersten Teil "Super Mario Kart" das gleiche: einfach zu lernende, aber schwer zu meisternde Renn-Action, gewürzt mit beliebten Nintendo-Charakteren und auf den abgedrehten Rennstrecken verteilten Power-ups, die sich die Spieler lustvoll um die Ohren knallen. Allzu viel hat Nintendo auch bei "Mario Kart 8" nicht an diesem Rezept geändert. Ein paar neue Features gibt's aber doch.

Kart-Scharmützel an Decken und Wänden
Dazu zählt in allererster Linie der neue Antigravitations-Modus, in den Bikes und Karts an bestimmten Stellen der Rennstrecken wechseln. Überfährt man eine spezielle Schanze, schweben Karts und Bikes Hoverboard-artig über dem Grund - und fahren plötzlich auch an den Wänden und an der Decke. Weil sich die Kamera beim Wechsel an Wand oder Decke mitdreht, hielten sich ungewohnte Perspektiven im Test glücklicherweise in Grenzen.

Trotz des Antigravitations-Modus bleibt so die Übersicht gewahrt, wenngleich der Modus die Rennen etwas chaotischer ablaufen lässt als noch im direkten Vorgänger für die Wii. Dazu trägt auch bei, dass im Antigravitations-Modus das Anrempeln anderer Fahrer zu einem Turbo-Boost führt. Rasant durch die Kurse flitzende Fahrerknäuel sind im neuen "Mario Kart" also nichts Ungewöhnliches.

Segelflüge über die Rennpisten
Ebenfalls neu: Mario und seine Kollegen fahren nicht nur auf der Straße und an den Wänden durch die Levels, sondern auch unter Wasser - und in der Luft. Während sich das Fahrverhalten in den Unterwasser-Passagen nicht großartig ändert, fügt der bereits aus "Mario Kart 7" für Nintendos 3DS bekannte Segelflug den Rennen eine neue Facette hinzu.

Immer dann, wenn der Spieler mit Bike oder Kart - man darf wieder beides lenken - über Spezialsprungschanzen brettert, entfaltet sich im Sprung ein Segeldrachen, mit dem das Fahrzeug zu Boden gleitet. Häufig bieten die Strecken nach solchen Segelpassagen verschiedene mögliche Routen und Abkürzungen an, die man segelnd erreicht und anschließend ganz klassisch befährt.

Hunderte Fahrzeug-Kombis möglich
Die dritte große Neuerung in "Mario Kart 8": Die Spieler dürfen sich jetzt maßgeschneiderte Fahrzeuge zusammenstellen. Nach der Wahl des Fahrers entscheidet man sich zunächst für eine Kart- oder Bike-Karosserie, zusätzlich können die Reifen und der Segelschirm ausgewählt werden. Jedes Bauteil hat Einfluss auf das Fahrverhalten des Gefährts, wodurch vermutlich Hunderte verschiedene Fahrzeugkombinationen entstehen.

Zusätzlich gibt's etliche neue Fahrer - unter anderem Bowsers aus den Klassikern "Super Mario Bros. 3" und "Super Mario World" bekannte Brut - sowie neue Strecken und Items. So viel trauen wir uns nach dem ersten Probespielen schon zu sagen: Auch wenn Nintendo an alten Tugenden festgehalten hat, bietet "Mario Kart 8" doch erstaunlich viel Neues. Auch bei den Items übrigens: Hier wurden unter anderem ein Bumerang, eine Piranha-Pflanze und eine Superhupe eingeführt.

Retro-Elemente behutsam angepasst
Erfreulich für Retro-Fans: Trotzdem gibt’s allerorts Anleihen aus früheren Titeln der Serie. Und auch einige Strecken aus alten "Mario Kart"-Teilen haben es in die Neuauflage geschafft. Der Schmäh: Selbst die Retro-Strecken hat Nintendo an die neue Spielmechanik mit den Segeldrachen und Antigravitations-Fahrzeugen angepasst. Ganz ähnlich, wie man das bereits in der Wii-Version von "Mario Kart" getan hat.

Ein Retro-Element, das uns beim Probespielen nicht so begeistert hat: Die lästigen Münzen aus dem ersten Teil der Serie sind wieder da und ersetzen immer dann, wenn man dringend mächtige Items wie den roten Schildkrötenpanzer, den Stern oder den Blitz brauchen würde, den Inhalt eines Item-Felds durch eine unscheinbare und spielerisch eher wertlose Münze.

"Mario Kart" in HD ist eine Augenweide
Gar nicht retro gibt sich "Mario Kart 8" optisch. Alleine schon der Sprung auf Full-HD durch die Wii U trägt dafür Sorge, dass Nintendos Rennspaß noch nie so schön anzusehen ist. Wirkte der Vorgänger auf der Wii auf modernen Flachbild-Fernsehern trotz großem Spaßfaktor etwas altbacken und angesichts der geringen nativen Auflösung verschwommen, ist nun alles knackig scharf.

Das merkt man besonders bei den Streckentexturen, die nun sogar einzelne Pflastersteine erkennen lassen. Aber auch die Fahrer und ihre Karts sind absolut scharf, liebevoll modelliert und mit etlichen eigenen Animationen ausgestattet. Erfreulich: Die Designer haben es beim Streckendesign nicht mit Details am Streckenrand übertrieben, was der Konzentration aufs eigentliche Rennen zuträglich ist.

Dem bunten Comic-Look verdankt "Mario Kart 8", dass man dem Titel die technischen Limitierungen, welche die Hardware im Direktvergleich mit anderen Plattformen nun einmal hat, nicht ansieht. Aber auch bei der generellen Hardware-Ausreizung dürften Nintendos Programmierer alle Register gezogen haben. Selbst die üblicherweise besonders leistungshungrigen Wasser- und Partikeleffekte können sich in "Mario Kart 8" absolut sehen lassen.

Soundtrack-Klassiker neu eingespielt
Beim Soundtrack setzt Nintendo auf einen ansprechenden Mix aus altbekannten und neuen Stücken. Eines haben sie alle gemeinsam: Erstmals wurde der Soundtrack von "Mario Kart" von Profi-Musikern eingespielt, früher setzte man hierfür auf den Computer.

Beim Probefahren war der Soundtrack ob der rasanten Action auf der Strecke zwar eher Nebensache, gefühlt klingt er aber nun etwas authentischer als noch in den Vorgängern. Die Geräusche, die getroffene Gegner von sich geben, sind unverändert komisch. Nur die Motorengeräusche würde sich manch ein Spieler vielleicht etwas kraftvoller wünschen. Letztlich handelt es sich aber immer noch um Karts, allzu laut röhrende Maschinen sollte man sich also ohnedies nicht erwarten.

Ersteindruck: Für eine abschließende Wertung konnten wir "Mario Kart 8" noch nicht lang genug spielen, der erste Eindruck ist aber ein ausgesprochen guter. Befürchtungen, wonach die Segel- und Antigravitations-Elemente die Übersicht zerstören könnten, wurden entkräftet. Tatsächlich ist Nintendo der Spagat zwischen traditionellem "Mario Kart"-Spaß und neuen Spielelementen ziemlich gut gelungen, finden wir. Dass unserem Ersteindruck nach auch Optik und Sound auf hohem Niveau spielen, spricht dafür, dass Nintendo Ende des Monats tatsächlich ein hochkarätiges Rennspiel für die Wii U herausbringen wird. Womöglich sogar den Fun-Racer des Jahres.

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