Rund ein Drittel der Vorarlberger über 75 Jahre ist inzwischen auf Hilfe angewiesen. Daten aus dem jüngsten Statistikbericht des Landes Vorarlberg sollen Auskunft darüber geben, welche Angebote genutzt wurden und wie das Pflegesystem in Zukunft aufgestellt werden kann.
Seit 2022 steigt die Zahl der im Vorarlberger Pflegenetz betreuten Menschen jährlich um rund 2,5 Prozent. Fast ein Drittel der Vorarlberger über 75 Jahren nahm mindestens einen Pflege- und Betreuungsdienst in Anspruch, hielten die Mitarbeiter der Landesstelle für Statistik in ihrem jüngsten Bericht fest. Erstmals hatten sie auch die Pflegeverläufe genauer unter die Lupe genommen – ein Novum im deutschsprachigen Raum.
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Bedürfnissen, Sorgen und oft auch mit Angehörigen, die diese Sorgen mittragen“, sagt Soziallandesrätin Martina Rüscher. Die Pflegeverläufe, die für den Zeitraum 2018 bis 2024 erhoben worden sind, würden eindeutig darlegen, dass es nicht um einzelne Angebote geht, sondern um das Zusammenspiel unterschiedlicher Formen der Unterstützung.
Knapp 28.000 Leistungen in Anspruch genommen
So zeigt die Statistik, dass im Jahr 2024 rund 55 Prozent der Betreuungsbedürftigen auf einen Pflegedienst zurückgegriffen hat. Knapp ein Viertel hat zwei Angebote in Anspruch genommen – die Betreuung durch die Hauskrankenpflege und einem mobilen Hilfsdienst war dabei die häufigste Kombination. Etwa 3200 Vorarlberger griffen sogar auf drei oder mehrere Pflege- und Hilfsangebote zurück. In Summe wurden 2024 knapp 16.000 Männer und Frauen mit 27.818 Leistungen bedacht.
„Kooperationen und Zusammenarbeit zwischen den Anbietern sind deshalb in Zukunft unumgänglich“, resümiert Rüscher. Eine zentrale Rolle bei der Vernetzung sollen dabei die Mitarbeiter des Case-Managements spielen. Auch soll das Wort der Case-Manager mehr Gewicht bekommen, etwa wenn es um die Frage geht, ob eine Person im Pflegeheim aufgenommen werden muss oder noch zu Hause betreut werden kann.
Damit die Kosten im Pflegebereich nicht noch weiter aus dem Ruder laufen, ist vorgesehen, die bislang 17 Care-Regionen auf neun zu reduzieren. In den neun Regionen sollen dann die ambulanten und stationären Dienstleistungen abgestimmt und weiterentwickelt werden.
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