In Zistersdorf (NÖ) kostet seit Beginn des Jahres jeder zweite Hund um 30 Euro mehr als früher. Davon betroffene Besitzer sind empört.
Auf vier Pfoten lebt es sich jetzt teuer im Weinviertel – zumindest ab einer gewissen „Rudel-Größe“. Im Herbst fiel die Entscheidung im Gemeinderat von Zistersdorf, Bezirk Gänserndorf – seit Jänner wird sie für Tierfreunde spürbar. Jahrelang waren die Bürger hier mit einer geringen Hundesteuer davongekommen. Gerade einmal 40 Euro pro Jahr mussten an die Gemeinde gezahlt werden. Dabei war es völlig gleichgültig, ob ein oder gleich mehrere Vierbeiner im Haushalt lebten. Doch damit ist nun Schluss.
50 Euro für ersten Hund, 70 Euro für Zweithund
Künftig müssen Frauchen und Herrchen ab dem zweiten Hund tiefer in die Tasche greifen. 70 Euro beträgt die Gebühr ab Hund Nummer zwei. Die Steigerung um satte 75 Prozent ärgert Betroffene. „Hunde sind ja keine Luxusgüter. Sie sind Familienmitglieder, Sozialpartner und für viele Menschen wichtiger Bestandteil ihres Alltages“, wandte sich ein empörter Hundebesitzer an die „Krone“.
Steuer gegen Tierhortung
Laut Gemeindepolitik geht es aber nicht darum, den Vierbeiner zu „vergolden“. Gerade am Land gibt es immer wieder Fälle von „Animal Hoarding“, sagt FPÖ-Stadtrat Reinhard Sattmann. Dabei werden oft 20 oder 30 Tiere gehalten – oft auch zur Zucht –, aber nicht hundegerecht behandelt. Solchen Extremfällen möchte man mit der höheren Steuer entgegenwirken, erklärt auch ÖVP-Bürgermeister Elmar Schöberl: „Die meisten haben ohnehin nur einen Hund, da wurden die Gebühr nur um zehn Euro höher – und das nach 15 Jahren.“
Verglichen mit anderen Gemeinden liegt Zistersdorf in der Mitte: In St. Pölten kostet jeder Vierbeiner 45 Euro, in der Gemeinde Gaweinstal 50 Euro ab dem dritten Hund. In Wien wiederum „blecht“ man ab 2027 eine Einheitsgebühr von 120 Euro pro Hund.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.