Die schwer lungenkranke norwegische Kronprinzessin Mette‑Marit hat nach der Veröffentlichung der neuesten Epstein‑Akten eingeräumt, in der Vergangenheit Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt und Gefälligkeiten von ihm angenommen zu haben.
Nachdem ihr Name in den am Freitag freigegebenen Unterlagen „mehrere Hundert Mal“ auftauchte, bestätigte sie, Kontakt zu dem Sexualstraftäter gehabt und im Jahr 2013 sogar mehrere Tage in Epsteins Villa in Palm Beach gewohnt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits seit zwölf Jahren mit Kronprinz Haakon verheiratet.
Mutmaßlicher Tatort
Nach Informationen von CNN taucht Epsteins Anwesen in Palm Beach in Gerichtsunterlagen als mutmaßlicher Tatort auf, an dem der Finanzier jungen Frauen sexuelle Übergriffe begangen haben soll.
Die Luxusimmobilie in Florida stand im Jahr 2020 zum Verkauf und wurde für 21,9 Millionen US-Dollar angeboten. Das rund 1.300 Quadratmeter große Anwesen umfasst sechs Schlafzimmer sowie siebeneinhalb Badezimmer.
Jeffrey Epstein soll Kronprinzessin Mette-Marit damals sogar bei der Organisation eines Zahnarzttermins zwecks einer Zahnaufhellung in den USA unterstützt haben. In dieser Zeit stand sie offenbar wiederholt per E-Mail mit Epstein in Kontakt: Es sollen Weihnachtsgrüße ausgetauscht, Treffen in Paris oder Oslo besprochen und sogar Buchempfehlungen diskutiert worden sein. Rückblickend zeigt sich die Kronprinzessin heute reumütig – sie bedauert den damaligen Kontakt ausdrücklich.
In einer Stellungnahme gegenüber der norwegischen Zeitung „VG“ bezeichnete Mette‑Marit die Verbindung zu Epstein als „einfach nur peinlich“. Die neuen Dokumente aus den US-Ermittlungen hätten sie dazu veranlasst, ihre Rolle öffentlich einzuordnen.
„Schlechtes Urteilsvermögen“
„Jeffrey Epstein ist für seine Taten verantwortlich. Ich muss jedoch die Verantwortung dafür übernehmen, dass ich seinen Hintergrund nicht gründlicher geprüft und nicht früher erkannt habe, was für ein Mensch er war“, erklärte die Kronprinzessin. „Ich bedauere das zutiefst. Ich habe schlechtes Urteilsvermögen bewiesen und bedaure jeden Kontakt zu Epstein. Es ist einfach nur peinlich.“
Auch der Palast bestätigte zudem offiziell, dass Mette‑Marit im Jänner 2013 vier Tage mit einer Freundin in Epsteins Residenz in Palm Beach verbracht hat.
Mitgefühl mit den Opfern
Die Kronprinzessin betonte, sie hätte niemals Kontakt zu Epstein aufgenommen, wenn sie von seinen kriminellen Handlungen gewusst hätte. Zugleich sprach sie den Opfern des Missbrauchs ihr tiefes Mitgefühl und ihre Solidarität aus.
„Ich möchte den Opfern von Jeffrey Epstein mein tiefes Mitgefühl aussprechen“, sagte sie gegenüber „VG“.
Transplantation und Prozess gegen Sohn
Die Enthüllungen treffen Mette‑Marit in einer ohnehin belastenden Phase: Ihre Lungenfibrose verschlechtert sich zunehmend, und sie gilt inzwischen als Kandidatin für eine Lungentransplantation.
Gleichzeitig beginnt in der kommenden Woche der Sexualstrafprozess gegen ihren ältesten Sohn, Marius Borg Høiby. Eine zusätzliche Belastung für die ohnehin angeschlagene Kronprinzessin. Sie hat angekündigt, für ihren Sohn da zu sein, sie werde aber nicht im Gerichtssaal anwesend sein.
Königshäuser im Visier Epstein?
Im Dezember wurde bekannt, dass auch Prinzessin Sofia, die Ehefrau des schwedischen Prinzen Carl Philip, dem später verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in ihrer Zeit als junger Reality-Star mehrfach begegnet sein soll. Der schwedische Hof erklärte damals knapp: „Prinzessin Sofia wurde der betreffenden Person um das Jahr 2005 herum einige Male vorgestellt.“
Die neuen Enthüllungen legen nahe, dass Epstein gezielt den Kontakt zu Mitgliedern europäischer Königshäuser suchte. Sein bekanntester und zugleich umstrittenster Kontakt bleibt jedoch der frühere britische Prinz Andrew.
Andrew Mountbatten-Windsor geriet international unter Druck, nachdem die US‑Amerikanerin Virginia Giuffre ihn beschuldigt hatte, sie als Minderjährige missbraucht zu haben – Vorwürfe, die er stets zurückwies. Der Fall endete in einem außergerichtlichen Vergleich, ohne dass Andrew ein Fehlverhalten eingeräumt hätte. Die Verbindung zu Epstein und Ghislaine Maxwell führte dazu, dass ihm König Charles III. den Prinzen- und Duke-of-York-Titel aberkannte.
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