Ursache für Unglück?
Ermittler: “Sewol” war um das Dreifache überladen
Die gekenterte "Sewol" war demnach in der Vergangenheit regelmäßig überladen, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Ermittlerteam aus Staatsanwaltschaft und Polizei. Der jetzige Reeder der Fähre habe bei mehr als der Hälfte der 241 Fahrten des Schiffs zu viel Ladung aufgenommen, um mehr Profit herauszuschlagen, hieß es in dem Bericht.
Die Ermittler hatten bereits vermutet, dass eine Überladung des Schiffs sowie frühere Umbauten an der 20 Jahre alten Auto- und Personenfähre den Untergang mit verursacht haben könnten. Untersucht wird derzeit auch, ob die Ladung richtig gesichert war. Der südkoreanische Reeder Chonghaejin Marine hatte die Fähre nach der Übernahme im vergangenen Jahr umbauen lassen, um mehr Passagiere befördern zu können.
Erster Taucher bei Suche nach Leichen gestorben
Bei der Suche nach weiteren Leichen in der gekenterten Fähre ist unterdessen am Dienstag ein Taucher gestorben. Der 53-Jährige sei zum ersten Mal an der Unglücksstelle im Einsatz gewesen und habe in 25 Metern Tiefe plötzlich Atemprobleme bekommen, so ein Sprecher der Küstenwache. Der Taucher sei bewusstlos geworden und nach der Bergung im Krankenhaus für tot erklärt worden.
Es ist das erste Mal, dass ein Taucher bei der Bergungsaktion stirbt, seitdem die "Sewol" Mitte April mit 476 Menschen an Bord gesunken war. Nach bisherigem Stand starben 263 Menschen, weitere 39 werden offiziell noch vermisst. Rings um das Wrack der gekenterten Fähre waren zuletzt die Fangnetze verstärkt worden, um ein Abdriften der noch nicht geborgenen Leichen zu verhindern.
Wachsende Sorge vor Abtreiben der Leichen
Eine Leiche war am Freitag vier Kilometer vom Unglücksort entfernt entdeckt worden. Wegen der starken Strömung war befürchtet worden, dass weitere Tote ins offene Meer treiben könnten. Persönliche Gegenstände der Opfer und Schiffsteile wurden infolge der starken Strömung und hohen Wellen mitunter bereits Dutzende Kilometer abgetrieben. Die Hinterbliebenen der Opfer fordern, dass zuerst alle Leichen geborgen werden - und erst danach das Wrack der havarierten Fähre.
Alle 15 überlebenden Besatzungsmitglieder befinden sich in Untersuchungshaft. Kapitän Lee Joon Seok und seiner Crew wird vorgeworfen, die Evakuierung verzögert und hilflose Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.