Annahme widerlegt

Musizieren macht uns nicht unbedingt klüger

Leben
29.01.2026 09:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Spielen eines Musikinstruments gilt seit Langem als geistiges Trainingsprogramm. Eine neue Studie aber relativiert diese Annahme deutlich: Zwischen professionellen Musikern und Amateuren zeigen sich kaum Unterschiede die kognitiven Fähigkeiten betreffend. Auch der Abstand zu Nichtmusikern ist nur in wenigen Bereichen signifikant.

Zwar verändere intensives Üben das Gehirn durch sogenannte Plastizität, erklärt Studienerstautorin Francesca Talamini von der Universität Innsbruck, doch diese Effekte scheinen sich vor allem auf musiknahe Fähigkeiten zu beschränken.

Unterschiede ließen sich eher durch Selbstselektion erklären, da Menschen mit bestimmten Voraussetzungen und Persönlichkeitsmerkmalen häufiger ein Instrument erlernen.

Zudem wiesen Musiker im Datensatz einen insgesamt höheren sozioökonomischen Status auf, was ebenfalls die kognitive Entwicklung begünstigen könne, heißt es im Fachblatt „Open Science“ der Royal Society. Analysiert wurden Daten von mehr als 1200 Personen aus 15 Ländern, darunter ausschließlich Musiker mit mindestens sechs Jahren formaler Ausbildung.

Profis bei musikalischem Kurzzeitgedächtnis überlegen
Getestet wurden Gedächtnisleistungen, fluide Intelligenz, verbales Wissen, musikalische Wahrnehmung und Persönlichkeit. Das Ergebnis: In den meisten Bereichen sind die Vorteile von Musikern gering, klar überlegen waren Profis nur beim musikalischen Kurzzeitgedächtnis und bei der musikalischen Wahrnehmung – also genau dort, wo Übung direkt wirkt.

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