„Begleitung nötig“

Social Media: Später Einstieg gut für Entwicklung

Digital
28.01.2026 16:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der späte Einstieg in soziale Medien ist laut Fachleuten besser für die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ein zu früher, unbegleiteter Zugang würde hingegen in Entwicklungsprozesse eingreifen, sagte der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP).

„Kinder brauchen Zeit, um ein stabiles Selbst, emotionale Selbstregulation und soziale Kompetenzen im realen Raum zu entwickeln“, sagte Barbara Haid, Präsidentin des ÖBVP, in einer Aussendung. Man unterstütze daher die politische Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, beschränkt auf entsprechende Plattformen. Verbote allein würden aber nicht ausreichen, hieß es. „Digitale Welten und soziale Medien gehören heute selbstverständlich zu unserem Alltag. Dieser Prozess braucht Begleitung – durch Eltern, Schule und psychosoziale Fachdisziplinen“, sagte Haid. Der ÖBVP begrüße daher Forderungen nach Elternberatung und psychotherapeutischen Angeboten.

Die intensive Nutzung sozialer Medien hätte negative Auswirkungen auf Stimmung, Schlaf, Konzentration, Schulleistung und Risikoverhalten. Digitale Räume würden außerdem „tief in Prozesse der Identitätsentwicklung, Emotionsregulation und Beziehungsfähigkeit“ eingreifen. Besonders Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen sind laut der Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP) eine Risikogruppe. „(...) So kommt es bei Kindern und Jugendlichen nach einem erlebten Trauma zu einer erhöhten Anzahl von Grenzverletzungen und sexuellem Missbrauch im Internet“, sagte Psychiaterin und Psychotherapeutin Kathrin Sevecke. 

Zitat Icon

Digitale Mündigkeit ist kein technisches Können, sondern ein entwicklungspsychologischer Prozess. Dieser Prozess braucht Begleitung.

Barbara Haid, Präsidentin ÖBVP

„Nicht alleiniger Auslöser für schlechte Psyche“
Zwar sei die Nutzung von sozialen Medien nicht der alleinige Auslöser der Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, allerdings sei die Zeit, die damit verbracht werde, deutlich gestiegen. Diese Zeit stehe dann nicht für andere „gesundheitsförderliche Aktivitäten wie soziale Kontakte im realen Raum oder sportliche Betätigung zur Verfügung“, sagte ÖGKJP-Präsident Paul Plener. Laut der ÖGKJP sind nicht alle Formen der Smartphone-Nutzung mit einem gleich hohen Risiko für die psychische Gesundheit verbunden. So könnten etwa Messenger-Dienste für einzelne Jugendliche auch eine psychisch unterstützende Funktion haben, beispielsweise für Angehörige von Minderheiten.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hat sich jüngst ebenfalls für mehr Handhabe gegen die Probleme von Social Media ausgesprochen. „Wir wollen Kinder nicht strafen, wir wollen sie schützen. Und gleichzeitig auch die Eltern sozusagen schützen und die Plattformen in die Verantwortung nehmen (...). Und wir haben gesagt, wenn das zu lange dauert, dann müssen wir auch nachdenken über Altersbeschränkung im Social-Media-Bereich, weil wir wissen, was hier mit unseren Kindern passiert“, sagte er am Dienstagabend im Medienkompetenz-Magazin „Breaking Media“.

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