Jahrelang pflegte ein Salzburger (63) seine schwer kranke Lebensgefährtin. Mit falsch dosierten Medikamenten soll er die Frau schließlich getötet haben – sie erstickte. Zudem war sie in ihrem Bett so wundgelegen, dass bereits ihre Knochen zu sehen waren. Wegen fahrlässiger Tötung musste sich der Mann nun vor Gericht verantworten.
„Ja.“ Mehr sagte der Angeklagte nicht auf die Frage von Richterin Daniela Meniuk-Prossinger, ob er sich denn schuldig bekenne. Dementsprechend schnell war der Prozess am Donnerstag am Salzburger Landesgericht auch beendet – wenngleich die Vorwürfe gegen den arbeitslosen 63-Jährigen massiv waren.
17 Jahre lang war der Mann mit einer Salzburgerin liiert, zusammen wohnten sie in einer kleinen Garconniere im Stadtgebiet. Die Frau litt an schwerem Rheuma, lag die vergangenen Jahre nur noch in ihrem Bett. Der 63-Jährige kümmerte sich „nach bestem Wissen und Gewissen“ um sie, wie sein Anwalt vor Gericht betonte.
Doch dies endete tragisch: Die Frau lag in einem ungeeigneten Bett, ihre Körperhygiene war mangelhaft. Irgendwann war sie so wundgelegen, dass ihre Knochen zu sehen waren. Zudem verabreichte der Angeklagte ihr immer wieder Medikamente. Im Jahr 2023 dosierte er verschiedene Präparate laut Anklage falsch – die Frau erstickte qualvoll.
„Er ist sicher kein Verbrecher“
„Das alles ist ihm über den Kopf gewachsen, es ist aus dem Ruder gelaufen“, erklärte sein Anwalt und fügte hinzu: „Er ist sicher kein Verbrecher.“ Für seinen Mandanten hoffte er auf ein mildes Urteil. Der Salzburger fasste schließlich eine sechsmonatige – noch nicht rechtskräftige – Haftstrafe aus.
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