Die meisten Haaröle im Handel enthalten problematische Substanzen. Keines von 40 untersuchten Haaröle ist frei von problematischen Substanzen: 22 Produkte erhielten eine „gelbe“, 18 eine „rote“ Bewertung.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit vier europäischen Verbraucherschutzorganisationen Haaröle unter die Lupe genommen. Fast die Hälfte der 40 in Österreich erhältlichen Produkte enthält problematische Chemikalien, etwa potenziell hormonell wirksame oder umweltpersistente Substanzen.
Immerhin 22 Haaröle wurden mit „Gelb“ bewertet, darunter sechs von sieben getesteten Naturkosmetik-Produkten. Sie enthalten also „nur“ einzelne Inhaltsstoffe, auf die sensible und umweltbewusste Nutzer achten sollten, etwa Duftstoffe.
Auch hochpreisige Haaröle betroffen
18 Haaröle erhielten die rote Karte, da sie problematische Substanzen wie potenziell hormonell wirksame oder schwer abbaubare Stoffe enthalten. Bis auf eine Ausnahme ist bei diesen Produkten der Hauptinhaltsstoff synthetischer Natur. Die Spannbreite reicht hier von günstigen Produkten (Balea, Langhaarmädchen) bis hin zu hochpreisigen Marken (Sol de Janeiro, Aveda).
Einige Stoffe ab Juni in EU verboten
„Grundsätzlich sind die in den Ölen enthaltenen Stoffe zwar gesetzlich zugelassen und das einzelne Produkt ist nicht unmittelbar gefährlich“, erläutert Chemikalienexpertin Birgit Schiller. „Dennoch tragen sie zu einer Gesamtbelastung durch problematische Chemikalien bei. Hinzu kommt: Einige dieser Stoffe – die Siloxane D5 und D6 – werden ab Juni 2026 in EU-Kosmetika weitgehend verboten sein.“
Der Grund: D5 und D6 wurden von der EU-Chemikalienbehörde (ECHA) als „besonders besorgniserregend“ eingestuft. Die untersuchten Haaröle von Aussie, Kevin.Murphy, Langhaarmädchen, Pantene Pro-V, Sebastian Professionals und Wella Professionals enthalten diese Substanzen.
Für die Pflege trockener Haarspitzen oder Locken eignen sich auch pure Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenkernöl sehr gut.
VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller
Schiller empfiehlt, einen Blick auf die Inhaltsstoffliste zu werfen. „Bei Kosmetika ist es ähnlich wie bei verpackten Lebensmitteln: Je höher der Anteil einer Substanz, desto weiter oben muss sie gelistet sein.“ Findet sich an erster Stelle ein Silikon, wie Cyclopentasiloxan, besteht das Produkt oft vornehmlich aus künstlichen Inhaltsstoffen.
Und die Expertin hat noch einen Tipp: „Für die Pflege trockener Haarspitzen oder Locken eignen sich auch pure Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenkernöl sehr gut – dafür braucht es keine ausgeklügelte Mischung. Und nicht zuletzt: Geschädigtes Haar kann durch ein Haaröl zudem ohnehin nicht repariert werden.“
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