21.04.2014 09:00 |

Keine Einöde

"Lego: Der Hobbit" belagert die Lachmuskeln

Wenn die Bauklotz-Spezialisten bei Lego sich einer Filmvorlage annehmen und ein Videospiel daraus zimmern, dann bleibt üblicherweise kein Auge trocken. Das hat Lego in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen – und nun schickt man sich gemeinsam mit Warner Bros. und dem britischen Entwicklerstudio TT Games an, auch den Kino-Hit "Der Hobbit" inklusive des Nachfolgers "Smaugs Einöde" kindgerecht und voll Humor ins Lego-Universum zu übertragen. Ob das Vorhaben gelingt, klärt unser Test.

In "Lego: Der Hobbit" entführt TT Games den Spieler in die Welt von Mittelerde. Genauer gesagt in die ersten beiden Teile der "Hobbit"-Trilogie. Den Erzähler mimt wie in der Filmvorlage der Hobbit Bilbo Beutlin, der in den insgesamt 16 weitläufigen und mit etlichen Nebenquests gespickten Levels auch selbst gesteuert werden darf. Der Hobbit erzählt von den Zwergen Erebors, dem bösen Drachen Smaug und vielen anderen Schauplätzen und Charakteren, die Fans der Filmvorlage kennen und lieben gelernt haben.

Weil dabei sowohl die oscarprämierte Filmmusik als auch die Sprecher aus der Filmvorlage zum Einsatz kommen und die einzelnen Schauplätze mit viel Liebe zum Detail ins Lego-Universum überführt wurden, kommt rasch dichte Atmosphäre auf. Zumindest, wenn man die Filmvorlage kennt und etwas "Hobbit"-Grundwissen mitbringt. Wer die ersten beiden Filme gesehen hat, fühlt sich sofort zu Hause.

Filmhandlung als Lego-Persiflage erzählt
Naja, nicht ganz. Ein paar Abweichungen zum Film gibt es in der Erzählung dann doch. Und die sind ausgesprochen komischer Natur. Ständig passieren den "Hobbit"-Charakteren mitten in vermeintlich ernsten Dialogen unterhaltsame Missgeschicke, die im Test mehr als einmal die Lachmuskeln des Redakteurs strapazierten.

"Lego: Der Hobbit" erzählt detailgetreu die Handlung der Filme nach, ist gleichzeitig aber doch eine Persiflage des Hollywood-Krachers. Die Erzählweise, die TT Games auch in früheren Lego-Spielen bereits angewandt hat, unterhält Kinder ebenso wie Erwachsene. Hut ab!

Humorige Action mit teils undurchsichtigen Rätseln
Spielerisch handelt es sich bei "Lego: Der Hobbit" um ein 3D-Action-Adventure mit reichlich Rätselfutter, aber auch spannenden Kämpfen. Die Schlachten sind dabei nicht sonderlich fordernd, aber mit einer ordentlichen Portion Action und Humor gewürzt und recht unterhaltsam. Zwischendurch gibt's auch Actionsequenzen à la "Uncharted", bei denen man im richtigen Moment Hindernissen ausweichen muss. Die Rätsel-Elemente setzen sich aus Knobeleien und Lego-Bauerei zusammen.

Wie in anderen Lego-Games auch kann und muss der Spieler nämlich die Levels in ihre Einzelteile, sprich Legosteine, zerlegen und aus diesen an den entscheidenden Stellen Objekte errichten, die das Vorankommen erleichtern. Zusätzlich gibt's Rohstoffe, die gesammelt und an Ambossen zu Objekten geschmiedet werden müssen, die für das Vorankommen nötig sind. Weil es manchmal nicht sofort ins Auge sticht, welche Taktik beim gerade zu lösenden Rätsel gefragt ist, verkommen manche Knobeleien zum wilden Herumprobieren. Ungeduldige Spieler könnte das frustrieren.

Jede Menge spielbare "Hobbit"-Charaktere
Vor allem auch, weil die Levels stets mit mehreren Charakteren mit verschiedenen Spezialfähigkeiten bewältigt werden. Insgesamt 90 verschiedene spielbare Charaktere sind in "Lego: Der Hobbit" enthalten. Von den Zwergen Erebors über Bilbo selbst bis hin zu Gandalf und etlichen anderen Figuren aus der Filmvorlage.

Mit bis zu drei Mann marschiert man durch die einzelnen Levels. Zwischen den Spielfiguren wird per Knopfdruck gewechselt – und das tut man auch regelmäßig, weil ständig neue Fähigkeiten gefragt sind. Mal braucht es einen Recken mit besonders mächtigem Hammer, um ein Hindernis beiseite zu schaffen, mal ist Zauberei gefragt und wieder ein anderes Mal gilt es, sich per Enterhaken über Abgründe zu schwingen.

Die verschiedenen Charaktere machen die Knobeleien noch eine Spur kniffliger. Zur Frage, welche Objekte denn nun wo gebaut oder geschmiedet werden müssen, gesellt sich die Frage nach jenem Charakter, der das Objekt anschließend am sinnvollsten einsetzen kann. Zusätzliche Herausforderung: Manchmal sind auch Teamangriffe erforderlich, für die es eine Kombination aus zwei Charakteren erfordert. Da kann schon mal die Übersicht verloren gehen.

Grafik setzt keine neuen Maßstäbe
Optisch macht "Lego: Der Hobbit" in der getesteten PS4-Version zwar einen hübschen, aber keinen überdurchschnittlichen Eindruck. Die Leistungsfähigkeit der Konsole wird von dem Spiel nur zu einem Bruchteil ausgereizt, was auch daran liegen mag, dass das Spiel für verschiedene Plattformen entwickelt wurde.

Glücklicherweise verdeckt der Comic-Look mit Lego-Elementen an jeder Ecke recht gut, dass die Texturen nicht die schärfsten sind und mancherorts mehr Details drin gewesen wären. Auch bei den Partikeleffekten ist man von der PS4 Besseres gewohnt. Weil die Levels aber liebevoll designt sind und den Schauplätzen der Filmvorlage meist erstaunlich nah kommen, sind kleinere Schwächen in der Optik letztlich verzeihlich, finden wir.

Großartiger Sound, unterhaltsamer Multiplayer
Großartig gelungen ist TT Games der Sound von "Lego: Der Hobbit". Das liegt nicht nur an der Filmmusik, die freilich auch ein Plus darstellt. Sondern vor allem an der Sprachausgabe. Bei den Sprechern handelt es sich um die gleichen wie bei der Filmvorlage. Die Folge: Das Spiel ist ausgesprochen atmosphärisch, wozu auch die sauber implementierten Soundeffekte und Umgebungsgeräusche beitragen.

Äußerst unterhaltsam ist der unkomplizierte Mehrspielermodus von "Lego: Der Hobbit". Will ein zweiter Spieler mit in die Welt von Mittelerde eintauchen, kann er dies jederzeit durch einen einfachen Tastendruck tun. Fortan erforscht man die Levels zu zweit, spricht sich bei den Rätseln ab – und diskutiert schon mal ein paar Minuten die korrekte Vorgehensweise. Wer im Team spielt, kann so noch ein bisschen mehr Spielspaß herausholen. Wer in entgegengesetzte Richtungen läuft und nicht zusammenarbeitet, wird sich aber über einen Mangel an Übersicht ärgern.

Fazit: "Lego: Der Hobbit" ist ein solide gemachtes, witzig erzähltes Action-Adventure, das kleine wie große "Hobbit"-Fans bestens unterhalten dürfte und dank Filmmusik und Profi-Sprechern reichlich Atmosphäre aufkommen lässt. Die hin und wieder undurchsichtigen Rätsel und die nicht ganz taufrische Optik tun dem kaum einen Abbruch. Wir meinen: Nicht nur für Fans der Filmvorlage ein kurzweiliger Zeitvertreib, der für viele Stunden vor den Bildschirm fesselt.

Plattform: 3DS, PC, PS3, PS4 (getestet), PS Vita, Wii U, Xbox 360, Xbox One
Publisher: Warner Bros. Interactive
krone.at-Wertung: 8/10

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