„In Hintern schieben“

US-Politiker gehen im Web auf Van der Bellen los

Außenpolitik
09.01.2026 19:19

Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hat Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen kritisiert. Er teilte auf der Plattform X ein Video von einer Diskussionsveranstaltung aus dem Jahr 2017, in der Van der Bellen über Islamophobie gesprochen hatte. Wenig später schloss sich ein US-Kongressabgeordneter der Kritik an.

Die „Verantwortungslosigkeit so vieler führender Politiker in ganz Europa ist wirklich ein erschreckender Anblick“, schrieb DeSantis zu dem Video. Dabei bezog er sich auf die Aussage des Bundespräsidenten, dass Islamophobie immer mehr um sich greife, und irgendwann der Tag kommen könne, „wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen, alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun“. Als ihn Journalistinnen und Journalisten damals darauf ansprachen, teilte Van der Bellen mit, persönlich „kein großer Freund des Kopftuchs“ zu sein, aber in Österreich herrsche Meinungsfreiheit.

„Du kannst diesen Hijab nehmen und ihn dir in deinen liberalen, sozialistischen Hintern schieben“, schrieb der republikanische US-Abgeordnete Andy Ogles am Freitag auf X. „Amerika wird niemals vor dem Islam auf die Knie fallen. Das ist ein Kampf von Gut gegen Böse“, meinte er weiter.

Hier sehen Sie das Posting von DeSantis:

Erst kürzlich hatte Martin Sellner, ehemaliger Kopf der „Identitären Bewegung“, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, die umstrittene Aussage des Bundespräsidenten wieder ausgegraben. Er teilte sie als Reaktion auf ein Posting der Gruppierung NXT EU, die Van der Bellens Neujahrsansprache ins Englische übersetzt über die Plattform X verbreitet hatte.

Die Aussage zum Kopftuch hatte im Mai 2017 massive Kritik aus den Reihen von FPÖ und ÖVP ausgelöst. Der Bundespräsident ruderte daraufhin zurück und sagte, dass seine Aussage „ein Fehler“ gewesen sei. Inhaltlich blieb der Politiker bei seiner Position und verwies darauf, dass im Zweiten Weltkrieg Menschen in Dänemark aus Solidarität mit den Jüdinnen und Juden einen Judenstern getragen hätten. 

In seiner diesjährigen Neujahrsansprache hatte der Bundespräsident zu „Europa-Patriotismus“ aufgerufen. „Unser Europa ist ein Ort, um den uns viele, sehr viele Menschen beneiden. Lassen wir uns dieses Europa nicht schlechtreden. Es ist wichtig, dass wir weiter an die europäische Idee glauben“, sagte das Staatsoberhaupt. Dafür brauche es Zusammenhalt, „ganz nach imperialer Manier“.

Es sei viel einfacher, „einzelne kleine Staaten zu dominieren als einen Staatenbund wie die EU mit über 450 Millionen Menschen“.

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