Drückende Teuerung

Binnen fünf Jahren: Familien zahlen 920 Euro mehr

Wirtschaft
04.03.2026 13:21

Was alle Familien spüren, bestätigt nun die Statistik Austria: Die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts stiegen innerhalb von fünf Jahren um 920 Euro im Monat. Vor allem Wohnen, Energie, Gastronomie und Hotels wurden viel teurer. Die „Krone“ hat die genauen Zahlen.

Die Statistik Austria hat dazu die Konsumgewohnheiten von 2024/25 erhoben. Das Plus macht 28,3 Prozent aus, das ist sogar etwas höher als die allgemeine Inflationsrate von knapp 27 Prozent seit der letzten Konsumerhebung der Statistiker 2019/20. Die größten Brocken: Für Wohnen und Haushaltsenergie müssen wir gleich 309 Euro im Monat mehr ausgeben. Verkehr verteuerte sich um 112 Euro, Nahrungsmittel um 92 Euro, Freizeit und Sport um 90 Euro.

Ein schwacher Trost ist der Bereich Kommunikation und Information, also vom Handytarif bis zum neuen TV-Gerät, der mit plus 2 Euro faktisch gleich blieb. Wichtig: Alle Werte sind nominell und nicht real, also ohne Abzug der Inflation, und auch ohne Berücksichtigung der ebenfalls gestiegenen Einkommen, so Statistik Austria-Direktorin Manuela Lenk. Deshalb geben wir zwar mehr Euro für Lebensmittel aus, deren Anteil an den Haushaltskosten ist dennoch weiter leicht auf 12,8 Prozent gesunken.

Umgerechnet pro Person geben wir 2760 Euro monatlich aus
Genau erhoben wurde durch Aufzeichnungen von 6000 Haushalten, wofür wir 2024/25 ins Geldbörsel gegriffen haben. Im Schnitt waren das 4170 Euro monatlich. Rechnet man das auf die Zahl der Personen um, so kommt man auf 2760 Euro pro Kopf, weil Kinder weniger Kosten verursachen. Familien mit vier oder mehr Personen müssen sogar 5850 Euro monatlich aufbringen. Nicht dabei sind Rückzahlungen für Kredite (außer Autoleasing) sowie die Geldanlage.

Wie sehr uns die hohe Teuerung der vergangenen Jahre in Euro kostet, ist nun amtlich.
Wie sehr uns die hohe Teuerung der vergangenen Jahre in Euro kostet, ist nun amtlich.(Bild: Evelyn Hronek)

Wohnungsmieten plus Energie machen 1100 Euro aus
Am meisten müssen wir demnach fürs Wohnen samt der Energie dafür aufbringen. Im Monat sind das schon 1100 Euro. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Monatsmiete, wobei jenen, die im Eigentum leben, eine fiktive Marktmiete zugerechnet wird.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

16 Prozent machen Strom und Gas aus, der Rest sind Instandhaltung und Betriebskosten. Zweitgrößter Posten ist der Verkehr mit 567 Euro. Gemeint ist das private eigene Fahrzeug (Kaufpreis, Service, Treibstoff etc.), knapp ein Zehntel des Betrages sind Ausgaben für Öffi-Fahrscheine, Jahreskarten usw. Statistik-Chefin Lenk: „Das ist aber sehr stark regional beeinflusst, also zwischen Stadt und Land. Menschen in kleineren Gemeinden geben mit 761 Euro bis zu 16 Prozent mehr für private Verkehrsmittel aus als der Schnitt, Wiener nur 354 Euro.“ 

Ernährung sowie alkoholfreie Getränke sind mit 484 Euro der drittgrößte Ausgabenblock. Gemeint ist da der Verzehr zu Hause, also nicht in Lokalen. Essen vom Lieferdienst zählt hingegen zur Gastronomie. Besonders viel lassen wir uns Fleisch und Wurst kosten, sie machen fast 18 Prozent der Ernährung aus. Auf Brot und Backwaren entfallen 15,5 Prozent, gefolgt von Milchprodukten und Gemüse.

Freizeit, Kultur und Sport sind uns 475 Euro wert. 45 Prozent davon betreffen Urlaubsreisen, für andere Aktivitäten in der Freizeit (Sport, Fitnesscenter, Sportgeräte, Spielzeug, Kultur-Tickets etc.) bleibt der Rest.

Für Besuche von Gastronomie und Hotels lassen wir 276 Euro liegen, das sind fast 44 Prozent mehr als vor fünf Jahren und damit sogar die größte Steigerung aller Ausgabenbereiche.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen nach Klischee
Neben der Region und der Haushaltsgröße gibt es zudem noch auffallend große Ausgaben-Unterschiede zwischen den Geschlechtern – ganz nach dem Klischee: Gegenüber dem Durchschnitt lassen Männer gleich 89 Prozent mehr fürs Auto springen. Bei Alkohol bzw. Tabak sind es 80 Prozent, beim Wirtshausbesuch 60 Prozent. Frauen greifen hingegen bei Körperpflegeprodukten gleich um 187 Prozent und für Kleidung bzw. Schuhen um 53 Prozent tiefer in die Tasche. Allerdings sind sie auch bei Ausgaben für Bildung (87 Prozent) oder Gesundheit (81 Prozent) weit voran.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt