In der Nacht auf Sonntag hat Belgien den Öl-Tanker „Ethera“ in der Nordsee gekapert. Jetzt wird das Schiff, das mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehört, festgehalten. Belgien fordert zehn Millionen Euro Kaution dafür.
Die „Ethera“ könne den Hafen Seebrügge erst wieder verlassen, „wenn sie den Vorschriften genügt“ und eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Euro gezahlt werde, erklärte der belgische Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke am Dienstag.
Dutzende Verstöße festgestellt
Die Inspekteure hätten bei einer Prüfung des Schiffes 45 Verstöße festgestellt, darunter technische Mängel, teilte die belgische Regierung mit. Laut Belgien ist das Schiff Teil der russischen Schattenflotte. Damit werden die oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe bezeichnet, mit denen Moskau westliche Sanktionen umgeht, insbesondere das Öl-Embargo.
Flagge Guineas, russischer Kapitän
Belgische Spezialkräfte hatten die „Ethera“ am Sonntag in der Nordsee abgefangen und nach Seebrügge gebracht. Nach belgischen Regierungsangaben fuhr das Schiff fälschlicherweise unter der Flagge Guineas. Der russische Kapitän des Schiffes sowie die 20-köpfige Mannschaft wurden angewiesen, an Bord des Tankers zu bleiben. Die meisten Mannschaftsmitglieder sind den Angaben zufolge Inder, unter den sieben Offizieren befinden sich zudem drei Georgier und ein Indonesier.
Das belgische Verteidigungsministerium erklärte, die „Ethera“ stehe auf der Sanktionsliste der EU, die inzwischen mehrere hundert Schiffe umfasst. „Mit dieser Aktion setzen wir europäische Sanktionen durch, schützen die Nordsee und schränken die Finanzierung des russischen Kriegs gegen die Ukraine ein“, erklärte Verteidigungsminister Theo Francken.
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