Offener Brief

„Gumpi“: Schüler werden mit Drogenspritzen gejagt

Wien
02.03.2026 05:30

Ein Schulsprecher schlägt in einem offenen Brief Alarm: Die Drogenszene rund um die Gumpendorfer Straße – kurz „Gumpi“ genannt – macht den Schulweg für Kinder zum Spießrutenlauf. Er fordert endlich Maßnahmen von der Stadt.

Viktor Branković ist Schulsprecher der AHS Flora Fries in Rudolfsheim-Fünfhaus. Er steht kurz vor der Matura. Und er hat genug. In einem offenen Brief wendet er sich an Bürgermeister Michael Ludwig sowie den Sucht- und Drogenkoordinator, Ewald Lochner, und schildert eindringlich die Zustände: An der U6-Station Gumpendorfer Straße wurde ein Mitschüler von einer suchtkranken Person mit einer Spritze in der Hand verfolgt — nur ein Sprung in die einfahrende U-Bahn rettete ihn. Eine Schülerin traf auf den Stationsstufen ein Paar beim Geschlechtsverkehr.

„Selbst wenn gerade nichts passiert, lungern fast rund um die Uhr Personen im Bereich der Station herum“, schreibt Branković in dem Brief, der der „Krone“ vorliegt.

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Mir ist bewusst, dass die Menschen Hilfe brauchen. Sie brauchen Wege aus der Sucht — und wir brauchen einen sicheren Schulweg.

Viktor Branković, Schulsprecher AHS Flora Freis

In einem Brief an die Stadt beschreibt Schulsprecher Viktor Branković die schlimmen Zustände auf ...
In einem Brief an die Stadt beschreibt Schulsprecher Viktor Branković die schlimmen Zustände auf dem Schulweg.(Bild: Krone KREATIV/Andi Schiel, zVg)

Lage spitzt sich zu
Rund 1500 Kinder und Jugendliche besuchen das Schulzentrum täglich. Dazu kommen 160 Kinder der Oskar-Spiel-Volksschule, 470 Schüler des BORG Henriettenplatzes sowie weitere Schulen im Umfeld. Sie alle passieren die Station auf dem Weg zum Unterricht.

Gerade in den Wintermonaten, wenn Nachmittagsstunden im Dunkeln enden, spitzt sich die Lage zu. „Am Abend ist es schlimmer. Die Menschen sind aggressiver“, so Branković.

Viele Kinder weigern sich mittlerweile, die Station allein zu betreten. Mädchen bitten Mitschüler, sie zu begleiten. Eltern überlegen, ihre Kinder wieder selbst zur Schule zu bringen — ein Alltag wie vor Jahrzehnten.

Ein Auszug aus dem Brief
Ein Auszug aus dem Brief(Bild: Krone KREATIV/zVg)

Unterstützung ja, aber nicht so
Branković betont ausdrücklich, dass er keine Verdrängung der Betroffenen fordere: „Mir ist bewusst, dass Suchtkranke Unterstützung, Hilfe und Therapie brauchen. Ich glaube nicht, dass sie „weg sollen.“ Sein Appell an den Bürgermeister ist dennoch klar: „Bitte setzen Sie Maßnahmen, um unseren Schulweg wieder sicher zu machen.“

Bezirksvertreter fordern schon lange Maßnahmen gegen die überbordende Drogenszene rund um die U-Bahn-Station. Die ÖVP aus Rudolfsheim-Fünfhaus und Mariahilf möchte unter anderem Alkoholverbotszonen, zusätzliche Sozialarbeiter, Notrufsäulen, Videoüberwachung sowie einen permanenten Sicherheitsdienst der Wiener Linien in der Station.

Auch Bezirk fordert Maßnahmen
Auch Mariahilfs neue Bezirksvorsteherin Julia Lessacher meinte erst vergangene Woche, dass sie noch im März ein umfangreiches Maßnahmenpaket seitens der Stadt erwarte.

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