Van der Bellen zu 2026

„Halten wir zusammen, müssen wir keinen fürchten“

Innenpolitik
01.01.2026 17:00

Bundespräsident Alexander van der Bellen ruft in seiner traditionellen Neujahrsansprache 2026 angesichts des zunehmenden Drucks auf Europa zu einem neuen Europa-Patriotismus auf. 

„Die Welt ist nicht mehr die, die sie vor zehn Jahren war. Allianzen, die wir lange Zeit für unumstößlich gehalten hatten, existieren in dieser Form nicht mehr“, so Van der Bellen. Drohnen kreisen über europäische Großstädte, wir sind gesteuerter Desinformation ausgesetzt, digitalen Sabotageakten und dem permanenten Versuch, Europa zu spalten. „Und wir hören Aussagen, die als Drohung verstanden werden können: Wenn Europa Krieg möchte, könne Europa Krieg haben.“

„Sollten nicht so tun, als wäre nichts geschehen“
„Die Zeiten ändern sich und wir sollten nicht so tun, als wäre nichts geschehen“, betont das Staatsoberhaupt. „Ich weiß, das will man nicht hören.“ Die neue Sicherheitsdoktrin der USA würdige Europa und seine Länder herab. Und man hört von Plänen, Österreich und andere integrale Staaten aus der Europäischen Union „herauszulösen“. „All das hätte man bis vor Kurzem noch für unmöglich gehalten, aber die Zeiten ändern sich.“

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Wir müssen das sehr ernst nehmen.

Alexander Van der Bellen

„Wir tun gut daran, das sehr ernst zu nehmen. Und uns darauf einzustellen. Es ist wichtig, dass wir weiter an die europäische Idee glauben. Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten und für unser Europa einstehen. Ja, es ist wichtig, dass wir einen Europa-Patriotismus entwickeln“, so der Bundespräsident.

Trump würdigt Europa herunter
Trump würdigt Europa herunter(Bild: AFP/MANDEL NGAN)

Man wolle Europa teilen, um wirtschaftlich und politisch über den Kontinent herrschen. „Ganz nach imperialer Manier“, so Van der Bellen weiter. „Es ist nun einmal einfacher, einzelne kleine Staaten zu dominieren als einen Staatenbund wie die EU mit über 450 Millionen Menschen. Aber wir Europäer wollen selber bestimmen, wohin wir gehen. Wir können vorangehen und der Welt zeigen, dass es zwischen dem Recht des Stärkeren und rein kapitalistischen Interessen einen anderen Weg gibt.“

Europa müsse souverän und unabhängig werden
Der Bundespräsident ruft dazu auf, Europa unabhängig bei der Energieversorgung sowie in der digitalen Welt und souverän in ihrer Verteidigungsfähigkeit zu machen. „Wir müssen unsere Köpfe nutzen. Lassen wir uns nicht auseinanderdividieren. Die Europäische Union ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Wenn wir zusammenhalten, gibt es nichts und niemanden, das oder den wir fürchten müssen.“

Der Fußball wurde in Europa erfunden.
Der Fußball wurde in Europa erfunden.(Bild: Andreas Tröster)

„Es ist Zeit für einen neuen Europa-Patriotismus. Lassen Sie uns stolz sein auf unser Europa und seine Menschen. Die größten und wichtigsten Erfindungen haben hier ihren Ursprung: die liberale Demokratie, der Buchdruck, die Dampfmaschine, Penicillin, das Internet und und und. Sogar Fußball ist eine europäische Erfindung.“

„Augen auf und durch!“
Am Ende seiner Ansprache beschwört der Bundespräsident einmal mehr den Kompromiss. „Er ist die gemeinsame Lösung eines Problems, auf das es verschiedene Sichten gibt. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass schwierige Zeiten sich zum Guten ändern. Also Augen auf und durch“, haucht Van der Bellen dem bekannten Sprichwort Mut ein.

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