15.04.2014 12:56 |

Mit neuer Klasse

Gelungenes Add-on: "Diablo III: Reaper of Souls"

Als Blizzard vor zwei Jahren nach zwölf Jahren "Diablo"-Pause den dritten Teil seiner Actionrollenspiel-Erfolgsserie veröffentlichte, waren einige Spieler aufgrund fragwürdiger Features wie dem Echtgeld-Auktionshaus und dem Online-Zwang wenig erfreut. Anlässlich des neuen Add-ons "Reaper of Souls" haben wir uns noch mal in der Spielwelt von "Diablo III" umgesehen – und festgestellt, dass man sich die Kritik vonseiten der Fans offenbar zu Herzen und an entscheidenden Stellen nachgebessert hat.

Den lästigen Online-Zwang gibt's zwar immer noch, aber immerhin wurde zum Start des Add-ons das Echtgeld-Auktionshaus abgeschafft und reichlich neuer Inhalt hinzugefügt. Auch die Item-Drop-Chancen sind fairer als bisher. Mit dem Kreuzritter steht eine neue Klasse zur Verfügung, die stark an den Paladin aus "Diablo 2" erinnert, und auch ein neues Gebiet inklusive neuer Story steht nun bereit. Der Abenteuer-Modus von "Reaper of Souls" dürfte zudem "Diablo"-Veteranen Freude bereiten.

Engel des Todes greift nach schwarzem Seelenstein
Aber der Reihe nach: Zunächst zur Handlung des Add-ons. "Reaper of Souls" startet kurz nach dem Ende des vierten Akts des Hauptspiels. Diablo wurde in einer epischen Schlacht besiegt, allerdings hat der Fürst der Finsternis ein unheiliges Artefakt, den schwarzen Seelenstein, hinterlassen. Der enthält die Seelen mächtiger Höllenfürsten, birgt also viel Gefahr.

Am Beginn der Kampagne von "Reaper of Souls" steht der Versuch der Lichtgestalt Tyrael und seines Ordens der Horadrim, diesen schwarzen Seelenstein – das unheilige Artefakt kann zu allem Überfluss nicht zerstört werden – an einem geheimen Ort zu verstecken.

Während die Recken versuchen, dem Spuk ein für alle Mal ein Ende zu setzen, erscheint Malthael, der Engel des Todes. Der tötet fast alle Beteiligten, reißt das Artefakt an sich und verschwindet. Nur einer der Horadrim entkommt – und wendet sich prompt an den Spieler, der das Artefakt zurückbringen und sich einmal quer durch die Spielwelt von "Reaper of Souls" schnetzeln soll.

Deutlich düsterere Spielwelt als im Hauptspiel
Damit sei der Handlung auch schon Genüge getan, schließlich resultiert das Suchtpotenzial der "Diablo"-Reihe nicht aus seiner für Neueinsteiger vermutlich recht verwirrenden Story, sondern aus der Lust am Plätten von Monstern und Dämonen und dem Aufsammeln spektakulärer Rüstungen, Waffen und sonstigem Zierrat, der den eigenen Charakter verbessert.

In "Reaper of Souls" kämpft sich der durch ein neues Gebiet namens Westmark, das deutlich düsterer ausfällt als die teils recht bunten Areale des Hauptspiels. Inmitten der von dunkler Farbgebung dominierten neuen Gebiete, die nicht mit Leichenbergen und anderen unheiligen Dekorationen geizen, dürften sich vor allem Fans des ersten und zweiten Teils der "Diablo"-Reihe wohlfühlen. In Westmark kommt Retro-Feeling auf.

Vor allem, wenn man sich entschließt, das frische Gebiet mit der neu hinzugekommenen Klasse des Kreuzritters zu erkunden. Der ist im Grunde nichts anderes als der Paladin aus dem zweiten "Diablo"-Teil – versehen mit einigen neuen Fähigkeiten und Spezialitäten. Wer lieber bei seinem alten Charakter bleibt, bekommt freilich auch damit eine Reihe neuer Fähigkeiten auf dem Weg zum neuen Höchstlevel 70.

Gelungene neue Klasse
Wie der Paladin versteht sich auch der Kreuzritter als Allrounder. Mit Waffe und Schild – er kann im Spielverlauf auch Zweihandwaffen in einer Hand halten – gibt er einen brauchbaren Nahkämpfer ab, der viel einstecken kann. Durch seine Auren und Heilfähigkeiten ist er aber auch ein fähiger Unterstützer. Und sollte doch mal ein wenig Fernkampf gefragt sein, weiß der Kreuzritter sich zu helfen, indem er Hammer, Schild und Blitze auf seine Gegner schleudert.

Durch ihre Vielfältigkeit macht die neue Klasse viel Spaß, kann man sie doch durch die Wahl der Items und Fähigkeiten wunderbar an die eigene Spielweise anpassen und diese auch im Spielverlauf immer wieder wechseln. Und im Gegensatz zu Klassen, die keine Heilzauber mitbringen, ist der Kreuzritter auch für Einsteiger eine gute Wahl.

Nett ist der auch neue Abenteuer-Modus in "Reaper of Souls", in dem der Spieler die gesamte Spielwelt frei erkunden und eine Vielzahl zufällig in der Welt verteilter Nebenmissionen und Dungeons annehmen und erkunden darf. Gerade für jene, die vor allem nach der optimalen Ausrüstung für den eigenen Charakter und weniger nach möglichst schnellem Story-Fortschritt suchen, dürfte dieser Modus viele Stunden Spielspaß bringen.

Fesselndes Gameplay, witziger Coop-Modus
Spielerisch unterscheidet sich das Add-on nur geringfügig vom Hauptspiel: Durch das fairere Drop-System stolpert man häufiger über hochwertige Items, hat also öfter Erfolgserlebnisse. Die taktisch gelegentlich recht anspruchsvollen Kämpfe selbst präsentieren sich immer noch als actionreiches und motivierendes Effektgewitter.

Vor allem im kooperativen Mehrspielermodus macht "Reaper of Souls" Laune. Als Duo eröffnen sich den Spielern neue taktische Möglichkeiten, zudem erfreut geteilter Erfolg doppelt. Noch eine Spur lustiger als am PC, wo man üblicherweise per Headset Kontakt zum Gegenüber hält, dürfte der Multiplayer aber in den Konsolenversionen werden. Wann genau die kommen, ist allerdings noch nicht bekannt.

Altbackene Optik, gelungener Sound
Weil "Diablo III" schon zwei Jahre auf dem Buckel hat und schon bei seinem Erscheinen grafisch keine neuen Maßstäbe setzte, ist die Optik von "Reaper of Souls" nicht unbedingt ein Augenschmaus. Zwar glänzt das Game mit hübschen Lichteffekten und mit Liebe zum Detail erstellten Umgebungen, gleichzeitig spielt es aber bei den Texturen und der Polygonzahl einfach nicht auf dem Niveau neuerer Titel.

Beim Sound kann man an "Reaper of Souls" wiederum nichts aussetzen. Die pathetisch-stimmige Hintergrundmusik fügt sich sehr gut in die Spielwelt ein, Umgebungsgeräusche wurden ebenfalls gut getroffen. Und die Sprachausgabe spielt auch auf hohem Niveau, selbst in der deutschen Version kann man nicht über die Wahl der Synchronsprecher klagen.

Fazit: Mit "Reaper of Souls" liefert Blizzard ein gelungenes Add-on zum Erfolgs-Actionrollenspiel, das mit einer düsteren Spielwelt, einer abwechslungsreichen neuen Klasse und einem neuen Modus reichlich frisches Futter für "Diablo"-Fans bringt. Vor allem Freunde der Vorgänger dürften "Reaper of Souls" und die vorangegangenen Patches mit Wohlgefallen aufgenommen haben, wenngleich "Diablo III" immer noch Gängeleien wie der Online-Zwang plagen. Weil die spielerisch – und hier entfaltet der Titel auch mit dem Add-on sein ganzes Suchtpotenzial – nichts ändern, sondern nur hie und da lästig sind, gelangen wir zu folgender Wertung:

Plattform: PC
Publisher: Blizzard Entertainment
krone.at-Wertung: 9/10

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