Der US-Angriff auf Venezuela schürt international die Angst, dass Trump weitere Länder angreifen lassen könnte. Ein Posting aus dem inneren Kreis des US-Präsidenten verstärkt nun die Sorge um die Insel Grönland. Gepostet hat es Katie Miller, die Ehefrau von einem der wichtigsten politischen Berater Trumps, Stephen Miller.
Das Bild auf der Plattform X zeigt eine Landkarte der dänischen Insel in den Farben der US-Flagge. Miller kommentierte das Bild mit „SOON“ („bald“ auf Deutsch, Anm.). Damit wünscht sie sich wohl die US-Aneignung der größten Insel der Welt, die zu Dänemark gehört. Auch andere Länder könnten Ziel einer US-Intervention werden, sagte US-Präsident Donald Trump. „Wir brauchen Grönland, absolut.“
Zuvor hatte er den Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zu einem Sondergesandten für Grönland gemacht. Landry solle die Sache voranbringen, sagte Trump. Damit sorgte der Republikaner auch deshalb für Empörung, weil Gesandte üblicherweise für Kriegsgebiete und Krisenregionen zuständig sind, wie die Ukraine und den Nahen Osten. Für andere Länder wird eigentlich die Bezeichnung Botschafterin beziehungsweise Botschafter verwendet.
Hier sehen Sie das Posting von Katie Miller:
„Es ergibt absolut keinen Sinn, darüber zu sprechen, dass die USA Grönland übernehmen müssten. Die USA haben kein Recht, eines der drei Länder des dänischen Königreichs zu annektieren“, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus und Ehemann von Katie Miller, dürfte laut Berichten eine treibende Kraft hinter den Grönlandfantasien sein.
Der Beitrag von Katie Miller hatte mit Stand Sonntagabend (18.20 Uhr) mehr als 13.000 Kommentare. Unter dem Posting meldete sich auch ein dänischer Politiker zu Wort, der darauf hinwies, dass die USA, Grönland und Dänemark eine lange gemeinsame Geschichte und enge Beziehungen verbinden. Würden die Vereinigten Staaten die Insel annektieren oder unter ihre Kontrolle bringen, machten sie sich den Rest Europas zum Feind. Andere Nutzerinnen und Nutzer der Plattform X kommentierten, dass Trump bald ins Gefängnis wandern werde und Katie sowie Stephen Miller Soziopathen seien.
Wertvolle Rohstoffe unter der Erde
Grönland ist seit 1979 in vielen Bereichen autonom, Dänemarks Regierung entscheidet jedoch weiter über die Außen- und Verteidigungspolitik. Im Boden der Insel lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Unter den dicken Eisschichten Grönlands stecken etwa kaum ausgebeutete Reserven an Uran, Gold und Seltenen Erden. Laut der deutschen Rohstoffagentur (DERA) würden allein die Vorkommen an Seltenen Erden den Weltbedarf für 150 Jahre decken.
Mit der Eingliederung in die Vereinigten Staaten hätten diese auch einen viel größeren Zugang zum Nordpolarmeer. In der Arktis-Strategie des Weißen Hauses wird das Gebiet als „strategisch wichtig“ beschrieben. Derzeit ist der Kreml einer der größten geopolitischen Akteure in der Arktis, dieser erhält Unterstützung von der chinesischen Regierung.
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