"Glaubwürdige Spur"
MH370: Boeing flog schneller als bisher angenommen
Das neue Suchgebiet liegt näher an Australien. Es liegt etwa 1.850 Kilometer westlich der australischen Stadt Perth. Die kürzere Distanz zum australischen Festland bedeutet kürzere Anflugzeiten und entsprechend mehr Suchstunden, weil die Maschinen weniger Treibstoff für den Rückflug benötigen.
Suchflugzeug entdeckte verdächtige Objekte
Ein Flugzeug entdeckte mittlerweile Objekte in der Region, wie die australischen Behörden bekannt gaben. Ob es sich um Wrackteile handelt, blieb aber vorerst unklar. Die australische Seesicherheitsbehörde AMSA wartet nach eigenen Angaben auf Bilder der Objekte. Das Suchflugzeug befinde sich derzeit auf dem Rückweg zu seiner Basis. Die Sichtung der Objekte müsse durch ein Suchschiff bestätigt werden. Das könnte voraussichtlich am Samstag geschehen.
Der Ozean sei in der Region 2.000 bis 4.000 Meter tief, erläuterte die australische Seesicherheitsbehörde AMSA auf ihrer Website. Das Wetter dort sei besser und das Meer nicht so tief, sagte AMSA-Einsatzleiter John Young. Derzeit beteiligen sich demnach zehn Flugzeugbesatzungen an der Suche. Sie halten in einem Gebiet von der Größe Polens Ausschau. Zudem befinde sich ein Schiff der chinesischen Seesicherheitsbehörde in dem Gebiet. Sechs weitere Schiffe sind auf dem Weg dorthin.
Zuletzt hatten die USA ein weiteres Aufklärungsflugzeug nach Australien geschickt, um die Suche zu unterstützen. Eine zweite, auf Aufklärung spezialisierte Maschine vom Typ P-8 Poseidon soll am Freitag in Perth eintreffen, um an der internationalen Suchaktion teilzunehmen, wie die US-Marine mitteilte.
Höhere Fluggeschwindigkeit, höherer Treibstoffverbrauch
Die neuen Informationen basieren auf der Analyse von Radardaten zwischen dem Südchinesischen Meer und der Straße von Malakka, erklärte AMSA weiter. Den Radardaten zufolge könnte die verschollene Boeing 777 schneller geflogen sein als ursprünglich angenommen. Demnach legen die neuen Daten nahe, "dass die Maschine schneller flog als bisher geschätzt und dass sie dadurch mehr Treibstoff verbrauchte. Das reduziert die Distanz, die sie Richtung Indischer Ozean zurücklegen konnte."
Die Datenanalyse wurde vom Untersuchungsteam in Malaysia bereitgestellt. Den australischen Behörden zufolge handelt es sich um eine "glaubwürdige Spur", um in dem Einsatzgebiet mögliche Trümmerteile zu finden. Unklar blieb allerdings, warum die Analyse fast drei Wochen dauerte.
Bisher war rund 2.700 Kilometer südwestlich von Perth in einem abgelegenen Teil des Indischen Ozeans nach dem verschollenen Flugzeug gesucht worden. Anknüpfungspunkt war die maximale Reichweite der Maschine, die eigentlich von Malaysia nach China fliegen hätte sollen. Für die Behörden gilt als gesichert, dass der Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean mit einem Absturz endete.
Millionenklagen werden in den USA vorbereitet
In den USA sollen unterdessen nach Medienberichten Millionenklagen gegen Malaysia Airlines vorbereitet werden. Eine Anwaltskanzlei aus Chicago rechne damit, dass sich jede zweite betroffene Familie einer Sammelklage anschließe, berichtete die malaysischen Zeitung "The Star". Sie bezog sich auf eine Anwältin, die in Kuala Lumpur mit Reportern gesprochen habe. Eine Sprecherin der Airline sagte, dies sei das gute Recht der Angehörigen. "Wir setzen uns damit auseinander, wenn es kommt." Eine Sprecherin des Gerichts in Chicago sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass bisher keine Klage eingegangen sei.
Die Maschine der Malaysia Airlines war am 8. März mit 239 Menschen an Bord von Kuala Lumpur nach Peking gestartet, bevor sie den Kurs änderte und von den Radarschirmen verschwand. Die meisten Passagiere des Fluges MH370 waren Chinesen.
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