Wegen Krim-Annexion
Ukraine: Aufruf zu Sex-Boykott gegen Russen
Mit der auf Facebook gegründeten Initiative wollen die Aktivistinnen ein Zeichen gegen Russlands Griff nach der Krim setzen. "Du musst den Feind mit allen Mitteln bekämpfen", so die Forderung. "Wir haben diese Initiative letzte Woche gegründet, weil wir nicht ganz nachvollziehen können, was die russischen Soldaten überhaupt auf der Krim machen", sagte Katerina Venzhik der deutschen Tageszeitung "Die Welt". Die Journalistin organisiert mit zehn weiteren Frauen die Kampagne.
"Aufmerksamkeit auf das Chaos lenken"
"Das provokative Motto ist ein Versuch, die Aufmerksamkeit auf das Chaos zu lenken, das die Russen auf der Krim anrichten: Es gibt Entführungen, die Rechte der Tataren werden eingeschränkt und sie verhindern journalistische Berichterstattung", so Venzhik. Die Kampagne sei von Journalistinnen, Autorinnen und Geschäftsfrauen ins Leben gerufen worden. Die Gruppe verkauft auch die T-Shirts, der Erlös kommt ukrainischen Soldaten zugute.
Auch die bekannte ukrainische Autorin, Bloggerin und Musikerin Irena Karpa erklärte: "Wir versuchen zu provozieren, weil das für Aufmerksamkeit sorgt." Im Kern gehe es jedoch darum, "deine Würde, deine Freiheit, dein Mutterland" nicht aufzugeben. Der Aufruf richte sich vor allem gegen die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin, die Initiative sei "nicht rassistisch", betonte Karpa. Auslöser dafür sei neben der Annexion der Krim auch "der riesige Appetit von Herrn Putin, der auf unsere östlichen Grenzen schielt", gewesen.
Gemischte Reaktionen in Russland
Die Facebook-Seite der Aktivistinnen hat bereits Tausende Fans. In Russland sorgte der Aufruf zum Sex-Boykott für gemischte Reaktionen. So beklagte ein Facebook-Nutzer, es sei ungerecht, alle Russen für die Politik Putins in Sippenhaft zu nehmen. Gelassener reagierte eine Kommentatorin auf einer kremlnahen Website: "Dann schlaft halt nicht mit russischen Männern - umso mehr bleiben für uns."
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