Behörden sicher:

Vermisste Boeing abgestürzt, keine Überlebenden

Ausland
24.03.2014 21:01
Nun ist es traurige Gewissheit: Die seit 16 Tagen verschollene Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist im Indischen Ozean abgestürzt. Sowohl die Airline als auch der malaysische Premier Najib Razak (Bild) wandten sich mit dieser Nachricht am Montagnachmittag an die Öffentlichkeit. Der Absturz stehe demnach "zweifellos" fest, es gebe keine Überlebenden. Der Absturzort soll sich im südlichen Indischen Ozean befinden, wo sich in den letzten Tagen die Sichtungen von verdächtigen Objekten gemehrt hatten.

Den Absturzort hätten neueste Auswertungen von Satellitendaten ergeben, erklärte Razak, der die traurigen Erkenntnisse bei einer Pressekonferenz mitteilte. "Mit großer Betroffenheit muss ich Sie informieren, dass diese neuen Daten ergeben haben, dass Flug MH370 im Indischen Ozean geendet hat. Das ist eine sehr abgelegene Region ohne jede Landemöglichkeit", wandte sich der Regierungschef mit einer kurzen Mitteilung an die Angehörigen. Fragen wurden nicht beantwortet. Am Dienstag soll eine ausführlichere Pressekonferenz stattfinden.

Angehörige von Airline per SMS informiert
Die Angehörigen waren bereits vor der Pressekonferenz von der Airline per SMS informiert worden. Der US-Nachrichtensender CNN veröffentlichte die Kurzmitteilung auf seiner Twitter-Seite. Auch auf der Website der malaysischen Fluglinie konnte man eine ausführlichere Mitteilung an die Familien und Freunde der Passagiere nachlesen.

Wenig später erklärte Malaysia Airlines gegenüber der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "The Guardian", dass es auch telefonische und persönliche Kontaktaufnahme in jenen Fällen gegeben habe, wo dies möglich gewesen sei.

Betroffenheit auch bei Flugzeughersteller Boeing
Auch der Flugzeughersteller Boeing bekundete seine Anteilnahme. In einer Mitteilung auf der Firmen-Website erklärte das US-Unternehmen: "Unsere Gedanken sind bei den Familien und den Liebsten der Menschen an Bord. Boeing wird weiterhin als technischer Berater der Behörden zur Verfügung stehen."

Der AFP-Journalist Sohn Saeki präsentierte auf Twitter eine Infografik zu den 227 Fluggästen und zur zwölfköpfigen Crew. Das Schaubild zeigt, welche Nationalität an Bord von Flug MH370 waren, zu einigen gibt es sogar Aussagen ihrer Angehörigen und weitere Informationen zur Person. Der jüngste Fluggast war zwei, der älteste 79 Jahre alt.

Dramatische Szenen unter den Angehörigen
Die Gewissheit des Absturzes traf viele Angehörige mit voller Wucht, viele von ihnen brachen nach der Pressekonferenz zusammen und mussten mit der Rettung abtransportiert werden. Im Hotel Lido in Peking, in dem sich seit dem Verschwinden von Flug MH370 am 8. März zahlreiche Freunde und Angehörige der Passagiere einquartiert haben und psychologisch betreut werden, spielten sich dramatische Szenen ab (kl. Bilder). Zusätzliche Polizeikräfte mussten eiligst herbeigerufen werden, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Einige wütende Menschen wollten das Gesagte nicht glauben und riefen: "Die sollen uns endlich Trümmerteile zeigen!"

Auch Journalisten mussten die Wut Einzelner am eigenen Leib spüren. Wütende Angehörige gingen auf wartende Medienvertreter los. Diese hatten den Saal des Pekinger Hotels belagert, in dem die Familien die erschütternden Informationen erhielten und trauerten. Eine Frau schlug empört mit der Tasche auf Kameras ein. "Haut ab!", schrie sie. Eine andere schlug auf eine Kamera ein, die einen Mann am Boden filmte.

Trümmerfund ist nur noch eine Frage der Zeit
Noch wurden die Trümmerteile nicht gefunden. Aber es ist nur mehr eine Frage der Zeit, denn immer mehr Schiffe und Flugzeuge beteiligen sich an der größten Suchaktion der Luftfahrtgeschichte. Erst am Montag wurden von der australischen Küstenwache zwei weitere Objekte gefunden. Wegen der starken Strömungen kann das Treibgut innerhalb weniger Tage Hunderte Kilometer zurücklegen oder auch untergegangen sein. Die Suche nach der Boeing 777 konzentrierte sich zuletzt auf eine entlegene Gegend im Indischen Ozean rund 2.500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth. 

Die US-Marine schickte eine Spezialausrüstung zur Ortung des Flugschreibers in die Region. Das System TPL-25 kann die Black Box in bis zu 6.000 Metern Tiefe aufspüren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
24.03.2014 21:01
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung