Libysches Öl geladen

Gekaperter Tanker im Mittelmeer abgefangen

Ausland
17.03.2014 12:16
Seit dem Tod des libyschen Diktators Muammar al-Gadafi im Jahr 2011 ist die Lage in Libyen sehr instabil. Im Osten terrorisieren islamistische Milizen die Bevölkerung und verlangen mehr Autonomie. Um die Zentralregierung in Tripolis unter Druck zu setzen, halten die Rebellen mehrere Ölhäfen im Osten des Landes besetzt und verkaufen das Rohöl auf eigene Faust. Am Sonntagabend wurde von der US-Marine ein von Rebellen gekaperter Tanker vor Zypern abgefangen.

Das Kommando der Navy Seals, das zum Sondereinsatzkommando Europa SOCEUR gehört, habe die "Morning Glory" am Sonntagabend in internationalen Gewässern südöstlich von Zypern geentert, hieß es seitens des US-Verteidungsministeriums am Montag. Der Einsatz, der auf Bitten der Regierungen Zyperns und Libyens erfolgte, sei von US-Präsident Barack Obama selbst genehmigt worden. Niemand sei verletzt worden, teilte das Ministerium mit.

Drei bewaffnete Libyer an Bord
Nach Pentagon-Angaben hatten drei bewaffnete Libyer den Tanker, der staatenlos war, unter ihrer Kontrolle gehabt. Das Entern sei vom Lenkwaffen-Zerstörer "USS Roosevelt" (Bild) aus unter Einsatz von Hubschraubern erfolgt. Mittlerweile seien Matrosen des Navy-Schiffs "USS Stout" an Bord gegangen. Sie würden dafür sorgen, dass die "Morning Glory" einen Hafen in Libyen ansteuere.

Anfang März hatten bewaffnete Separatisten den ostlibyschen Ölverladehafen Al-Sidra besetzt. Eine selbst ernannte Autonomieregierung verkauft seitdem Öl aus den von ihr beherrschten Förderanlagen am libyschen Staatskonzern vorbei.

Hafen trotz angedrohter Bombardierung verlassen
Die damals unter nordkoreanischer Flagge fahrende "Morning Glory" bunkerte in Al-Sidra illegal verkauftes Öl. Die libysche Regierung versuchte das vergeblich mit der Drohung zu verhindern, das Schiff zu bombardieren. Die "Morning Glory" konnte Al-Sidra verlassen, irrte anschließend aber im östlichen Mittelmeer umher.

Nordkorea bestreitet jede Verantwortung für den Tanker. Nach einem Vertrag mit dem ägyptischen Unternehmen Golden East Logistics habe das Schiff lediglich das Recht gehabt, die Flagge Nordkoreas "sechs Monate lang zu nutzen". Weil der Reeder den Vertrag gebrochen habe, habe Nordkorea dem Schiff die Registrierung entzogen, hieß es.

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