Wahl in Slowakei

Fico gewann, aber Stichwahl gegen Kiska

Ausland
16.03.2014 10:43
Wer für die nächsten fünf Jahre Staatsoberhaupt der Slowakei wird, entscheidet eine Stichwahl am 29. März zwischen dem amtierenden Premier Robert Fico und dem Millionär Andrej Kiska. Wie das slowakische Statistikamt in der Nacht auf Sonntag nach Auszählung von 99,5 Prozent der Stimmen bekannt gab, gewann Fico die erste Runde der Präsidentschaftswahl mit 28 Prozent.

Kiska folgt aber mit einem überraschend guten Ergebnis von 24 Prozent auf Platz zwei. Der Jurist und Parlamentarier Radoslav Prochazka erreichte ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis und kam auf 21,2 Prozent der Stimmen. Die zweite Runde verfehlte er damit aber definitiv. Schauspieler und Ex-Minister Milan Knazko erhielt lediglich 12,1 Prozent und der gemeinsame Kandidat der slowakischen Parlamentsopposition, Christdemokrat Pavol Hrusovsky lag mit 3,3 Prozent weit abgeschlagen. Auch die Wahlbeteiligung blieb mit nur 43,4 Prozent weit hinter den Erwartungen.

Aufgrund der überraschenden Ergebnisse hat Premier Fico keinerlei Garantie auf einen definitiven Wahlsieg in der zweiten Runde. Die Stichwahl wird keinen Favoriten haben, zwei nahezu gleich starke Gegner stehen sich gegenüber. Sollte es Kiska gelingen, die rechten Wähler hinter sich zu vereinen, ist er durchaus fähig, den Ministerpräsidenten zu besiegen.

Millionär will "guter Präsident" sein
Entsprechend groß war die Begeisterung in der Wahlkampfzentrale Kiskas. In einer ersten Reaktion bedankte er sich bei den Wählern und forderte sie sofort auf, im zweiten Wahldurchgang an die Urnen zu kommen. Er wolle ein guter Präsident sein - auch für die Slowaken, deren Kandidat in der ersten Runde gescheitert ist, betonte er. Im Präsidentschaftsamt werde er als "Gegengewicht“ zur einfärbigen Regierung der Sozialdemokraten wirken und das Vertrauen in den Präsidenten wiederherstellen.

Ministerpräsident Fico erwartet in der Stichwahl ein sehr hartes Duell. Diese werde "noch sehr, sehr interessant" werden, erklärte er in einer Reaktion auf die unerwarteten Ergebnisse. Die Präsidentschaftswahlen könnten auch als "Referendum" über seine Partei Smer verstanden werden, betonte der Premier.

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