16.03.2014 15:07 |

Tag der Abstimmung

Kiew und Moskau einigen sich auf Krim-Waffenruhe

Während am Sonntag die Abstimmung über einen Anschluss der Krim an Russland über die Bühne gegangen ist, haben sich Kiew und Moskau auf eine Waffenruhe auf der Schwarzmeer-Halbinsel geeinigt, die bis zum 21. März dauern soll.

Bis zum Freitag würden Soldaten der russischen Schwarzmeerflotte, die auf der Krim stationiert ist, nicht gegen ukrainische Militärstützpunkte vorgehen, hieß es am Sonntagnachmittag. "Unsere Militärbasen werden daher mit den Nachschublieferungen fortfahren", sagte der ukrainische Verteidigungsminister Igor Tenjuch am Rande einer Kabinettssitzung.

Das umstrittene Referendum auf der Krim über einen Beitritt zu Russland lief unterdessen nach Behördenangaben ohne gröbere Zwischenfälle ab. Rund 1,5 Millionen Menschen waren am Sonntag auf der Krim aufgerufen, ihre Stimme abzugeben (siehe Story in der Infobox). Zur Wahl standen zwei Optionen, die aber beide zumindest auf eine russische Kontrolle der Krim hinauslaufen. Für einen Verbleib der autonomen Halbinsel in der Ukraine kann nicht votiert werden. Die Wahllokale schloßen um 19 Uhr (MEZ) ihre Pforten.

US-Zerstörer weiter vor Krim-Küste
Trotz der am Sonntag ausgerufenen Waffenruhe zeigten die USA zuletzt dennoch Zähne in Richtung Kreml. Der ins Schwarze Meer entsandte US-Zerstörer "USS Truxtun" werde auch nach dem Krim-Referendum Manöver vor der Küste der Halbinsel abhalten, hieß es. Kommandant Andrew Biehn sagte am Samstag im Hafen von Varna in Bulgarien, die 300-köpfige Besatzung werde die "Gelegenheit" nutzen, um weitere "Routineübungen" mit rumänischen und bulgarischen Marineeinheiten zu absolvieren.

Die Manöver wenige hundert Kilometer vor der Krim seien "lange Zeit vor der Krim-Krise geplant" gewesen, so Biehn. Der Zerstörer hatte am Freitag vergangener Woche Kurs auf das Schwarze Meer genommen. Die "Truxtun" ist mit modernsten Marschflugkörpern ausgestattet. Nach der Konvention von Montreux von 1936 dürfen sich Kriegsschiffe von Nicht-Anrainerstaaten nicht länger als 21 Tage im Schwarzen Meer aufhalten.

Russland will "Rückkehr zum Mutterland"
Die Autonome Republik Krim ist bisher Teil der Ex-Sowjetrepublik Ukraine, der sie 1954 zugeschlagen wurde. Moskau betont das Selbstbestimmungsrecht der mehrheitlich russisch-stämmigen Krim-Bevölkerung und will eine "Rückkehr" der Halbinsel zum Mutterland durchsetzen. Die Krim-Stadt Sewastopol ist zudem seit mehr als 200 Jahren Sitz der russischen Schwarzmeerflotte.

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