"Putin, komm!"
Prorussische Kräfte besetzen Amtsgebäude in Donezk
Den Demonstranten gelang es, über einen Nebeneingang in das Gebäude, das die Regionalverwaltung beherbergt, zu gelangen, teilte ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters mit. Auf dem Haus weht bereits seit drei Tagen eine russische Flagge.
Die vor dem Regierungsgebäude versammelten Demonstranten schwenkten russische Fahnen und riefen: "Putin, komm!". Der Anführer der Proteste verlangte, das Parlament in Kiew für unrechtmäßig zu erklären und einen prorussischen Gouverneur für Donezk zu ernennen. Diesem sollten alle Sicherheitskräfte unterstellt werden. Donezk ist die Heimatstadt des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch.
Prorussische Kundgebungen im Osten und Süden
In vielen Städten im Osten und im Süden der Ukraine kommt es seit Samstag zu prorussischen Kundgebungen. Die Regierung in Moskau hat mit einer Militärintervention gedroht, um die russischstämmige Bevölkerung zu schützen. An der Grenze zur Halbinsel Krim zog das russische Militär Kräfte zusammen.
Russischer Botschafter: "Keine Truppen auf der Krim"
Die Halbinsel selbst ist nach Einschätzung westlicher Regierungen bereits vollständig unter Kontrolle russischer bzw. prorussischer Kräfte. Die russische Führung sieht nach wie vor keinen Bruch des Völkerrechts bzw. der bilateralen Verträge zwischen Russland und der Ukraine, weil sich laut dem russischen OSZE-Botschafter Andrej Kelin keine "Truppen auf der Krim" befänden. "Ich habe keine Information über die Stationierung russischer Truppen außer der Flotte, die dort auf Grundlage von Vereinbarungen mit der Ukraine stationiert ist", so Kelin.
Tausende Überläufer bei der ukrainischen Armee?
Die prorussischen Kräfte speisen sich aber offenbar aus einem immer größer werdenden Pool mit Überläufern bei den ukrainischen Streitkräften. So sollen in den vergangenen Tagen bereits rund 6.000 Soldaten zur neuen Führung auf der Krim übergelaufen sein. Zuletzt habe ein Stützpunkt mit rund 800 Soldaten und 45 MiG-Kampfjets die Seiten gewechselt, teilte am Montag ein Mitarbeiter des moskautreuen Krim-Regierungschefs Sergej Aksjonow in der Regionalhauptstadt Simferopol mit.
Das Verteidigungsministerium in Kiew nahm zu den Berichten zunächst nicht detailliert Stellung. Alle Soldaten seien "ihrem Eid gegenüber dem ukrainischen Volk weiter treu", hieß es.
Berkut-Mitglieder erhalten russische Pässe
Das russische Generalkonsulat in Simferopol teilte mit, mehreren Angehörigen der ukrainischen Spezialeinheit Berkut (Steinadler) russische Pässe ausgestellt zu haben. Der vom Innenministerium in Kiew offiziell aufgelösten Einheit wird vorgeworfen, bei Protesten in der Hauptstadt brutal gegen prowestliche Regierungsgegner, die nun an der Macht sind, vorgegangen zu sein.
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