Der Ungenacher Ortschef Johann Hippmair denkt nach 22 Jahren im Amt über den Rücktritt nach. Er geriet zuletzt in die Kritik, weil er sein Grünland in deutlich teureres Bauland umwidmen lassen möchte. Der Bürgermeister hat sich vor den Abstimmungen im Gemeinderat für Befangen erklärt. Die Kritik hält er für unangebracht.
Seit September 2003 übt Johann Hippmair (ÖVP) in Ungenach das Bürgermeisteramt aus. Im kommenden Jahr könnte für den 65-Jährigen Schluss sein. „Eigentlich wäre es denkbar gewesen, weiterzumachen. So macht es keinen Spaß mehr. Nächstes Jahr werde ich wohl mein Amt übergeben“, ist der Langzeit-Ortschef frustriert.
Bauernhaus der Eltern verkauft
Nach 22 Jahren an der Spitze der 1500-Einwohner-Gemeinde sieht er sich mit Amtsmissbrauchsvorwürfen konfrontiert. Hippmair treibt die Umwidmung von rund zwei Hektar Acker in Bauland voran. Brisant ist, dass etwa ein Viertel der Fläche ihm gehört und Teil eines Tauschgeschäfts sein soll. Der Bürgermeister soll sein Bauernhaus an einen Landwirt abgegeben und dafür den Acker erhalten haben, der nun zu Bauland zum Preis von rund 140 Euro pro Quadratmeter werden soll. Hippmair dementiert: „Das Grundstück hat immer schon mir gehört. Das Bauernhaus habe ich im Zuge einer Flurbereinigung verkauft, um einem jungen Menschen die Chance für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu geben.“
Debatte über Baulandreserven
Dass ihn jemand aus der Gemeinde anonym anpatzt, wurmt ihn besonders. „Das ist Feigheit. Warum soll ein Bürgermeister nicht das tun dürfen, was jeder andere Bürger auch tut? Ich habe mich für Befangen erklärt und stimme in dieser Angelegenheit auch nicht mit. Es handelt sich um ein ganz sauberes Verfahren“, ist Hippmair von den anonymen Anschuldigungen bitter enttäuscht.
Die Kritiker unterstellen ihm, andere Umwidmungen mit dem Argument der fehlenden Notwendigkeit von Bauland zu verhindern, sein Grundstück hingegen bevorzugt zu behandeln. „Das stimmt auch nicht. Im Ortsteil Dornet war die geplante Umwidmung zu groß dimensioniert. Jetzt passt es. Was mein Grundstück betrifft, handelt es sich um eine sinnvolle Widmung für die Erweiterung einer bestehenden Siedlung.“
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