Mit einem einzigen Satz hat Donald Trumps neue Sprecherin Karoline Leavitt eine diplomatische Frage in einen Skandal verwandelt. Auf die Nachfrage eines Journalisten, warum ausgerechnet Budapest als Austragungsort für das bevorstehende Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin gewählt wurde, antwortete Leavitt schlicht: „Your mom did“ – auf Deutsch: „Deine Mutter hat’s getan.“
Der Auslöser war eine Nachricht des „HuffPost“-Reporters Shirish V. Dáte am Freitag, der in seiner Anfrage auf die politische Brisanz des Ortes hinwies. In Budapest wurde 1994 das sogenannte Budapester Memorandum unterzeichnet, in dem Russland zusicherte, die territoriale Integrität der Ukraine zu achten – ein Versprechen, das Moskau mit der Annexion der Krim 2014 und dem fortgesetzten Angriffskrieg längst gebrochen hat. Dáte wollte wissen, ob der Präsident sich dieser Symbolik bewusst sei und wer den Ort vorgeschlagen habe.
Leavitt greift Reporter weiter an
Die Antwort aus dem Weißen Haus: ein flapsiges „Your mom did“. Kurz darauf legte Kommunikationsdirektor Steven Cheung nach – ebenfalls mit einem „Your mom“. Statt die Frage zu beantworten, griff Leavitt den Reporter danach öffentlich an. Auf der Plattform X (vormals Twitter) nannte sie ihn einen „linken Hetzer“, der keine Fakten, sondern „Demokraten-Propaganda“ verbreite.
„Aktivisten, die sich als Journalisten verkleiden, schaden dem Berufsstand“, schrieb sie – und veröffentlichte sogar Screenshots der Textnachrichten. Der Reporter konterte daraufhin trocken, dass Leavitt offenbar glaubte, die Veröffentlichung ihrer eigenen Antworten würde ihr helfen.
Massive Kritik an „Schulhof-Beleidigungen“
Auch andere Regierungsvertreter schlossen sich dem provokanten Ton an: Ein Sprecher des Pentagon reagierte am Dienstag auf eine weitere Medienanfrage mit dem Satz „Your mom bought it for him“ („Deine Mutter hat sie ihm gekauft“) – ebenfalls im Zusammenhang mit einer Kontroverse über eine Krawatte in den russischen Farben, die Verteidigungsminister Pete Hegseth getragen hatte.
Die „HuffPost“ bekräftigte in einer Stellungnahme, man werde trotz solcher „Schulhof-Beleidigungen“ weiterhin kritische Fragen stellen. „Schulhof-Spott wird uns nicht aufhalten“, hieß es.
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