Ein möglicher Wolfsriss erschüttert aktuell Osttirol! In Oberlienz wurden elf Schafe gerissen. Die Weide befindet sich rund 300 Meter von Wohnhäusern entfernt. Der Besitzer schildert den Vorfall der „Krone“. Eine Abklärung läuft bereits. Ein Wolf wurde vor wenigen Stunden in Osttirol erlegt.
Es waren fürchterliche Bilder, die Bernd Gander aus Thurn Montagfrüh auf seiner Heimweide in Oberdrum sehen musste. Das zeigte leider auch ein Lokalaugenschein der „Krone“ am Dienstag.
Gleich elf seiner Schafe wurden auf einer Weide gerissen. Neun waren auf der Stelle tot, zwei weitere mussten vom Jäger notgeschlachtet werden. Ein Spaziergeher sah das Massaker und alarmierte den Besitzer. „Am Sonntagabend waren wir noch hier. Da hat alles gepasst. Die Schafe waren auch wolfsgerecht eingezäunt. Das hat der Amtstierarzt überprüft und dokumentiert.“
Es geht nicht ums Preisliche. Die Tiere haben einen hohen ideellen Wert. Es steckt jahrelange Zucht dahinter. Viele dieser Schafe sind preisgekrönt und haben erst im Frühjahr auf einer Ausstellung Siege eingefahren.
Schafzüchter Bernd Gander
Der Arzt untersuchte die Kadaver und nahm Proben. Diese werden nun ausgewertet. Dann weiß man, ob ein Wolf oder ein anderes Tier dahintersteckt. Wie das Land am Dienstag mitteilte, wurde in diesem Gebiet in der Nacht auf Dienstag ein Wolf erlegt. Ob es sich um denselben handelt, wird derzeit noch untersucht.
Der Schock bei Gander ist groß, vor allem, weil ihn mit den Schafen viel verbindet: „Es geht nicht ums Preisliche. Die Tiere haben einen hohen ideellen Wert. Es steckt jahrelange Zucht dahinter. Viele dieser Schafe sind preisgekrönt und haben erst im Frühjahr auf einer Ausstellung Siege eingefahren.“ Zudem waren mehrere der Schafe trächtig. Zwei Mutterschafe und ein Lamm sind immer noch abgängig.
Bereits mehrere Risse in den vergangenen Wochen
Der Verdacht auf einen Wolf liegt nahe. Alleine in den vergangenen zwei Wochen wurden fünf Rissgeschehen dokumentiert. Einer davon in Oberlienz, zu der auch die Weide in Oberdrum gehört. Nach einem bestätigten Riss eines Schafes durch einen Wolf in Leisach wurde erst vor rund einer Woche eine Abschussverordnung durch das Land Tirol erlassen.
Es geht nicht, dass wir das ganze Jahr auf die Tiere aufpassen und der Wolf in einer Nacht in so einem Ausmaß zuschlägt.
Schafzüchter Bernd Gander
Für Gander ist klar, dass Viehwirtschaft und Wolf nicht kombinierbar sind: „Es geht nicht, dass wir das ganze Jahr auf die Tiere aufpassen und der Wolf in einer Nacht in so einem Ausmaß zuschlägt.“ Er habe nichts gegen den Wolf, fordert die Politik aber auf, zu handeln. Erschreckend sei die Tatsache, dass im heurigen Sommer keines seiner rund 90 Schafe auf der Alm abhandengekommen sei. Jetzt, knapp 300 Meter von einer Wohnsiedlung entfernt, gleich elf Tiere auf einmal.
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