Drama am Strand

Spaziergänger retten Walbaby in letzter Minute

Ausland
24.09.2025 16:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es sind Bilder, die im Netz für Aufsehen sorgen: An der Küste der chinesischen Stadt Shenzhen strandete ein junger Meeressäuger – dank der schnellen Reaktion von Spaziergängern konnte er gerettet werden.

Der Vorfall ereignete sich am 13. September an der Ostküste der Dapeng-Halbinsel. Ein Spaziergänger entdeckte das etwa 1,5 Meter lange Tier zwischen Felsen in seichtem Wasser. Nach Angaben von Fachleuten handelt es sich um einen jungen Indo-Pazifischen Höckerwal (Neophocaena phocaenoides), der von Einheimischen häufig auch als „Delfin-Baby“ bezeichnet wird. Das Tier war vermutlich ein bis zwei Jahre alt und schaffte es nicht mehr allein zurück ins tiefere Meer.

Tier von Wellen an Land gedrückt
Ein Video, das der Finder selbst aufnahm, zeigt den Meeressäuger, wie er immer wieder von Wellen an Land gedrückt wird –  der Mann drückt ihn zwar wieder in Richtung Meer, doch erschöpft findet es nicht den Weg ins tiefe Wasser, wie die Zeitung „Shenzhen Special Zone Daily“ berichtete.

Binnen 30 Minuten trafen Küstenwache, Freiwillige und Meeresbiologen am Strand ein. Um das Tier vor Überhitzung zu schützen, gossen Helfer Meerwasser über seinen Körper, während Experten Herzschlag und Atmung überprüften. Da es keine sichtbaren Verletzungen gab, schoben die Einsatzkräfte den Wal schließlich mit Brettern und einem Netz zurück ins offene Wasser. Unter Jubel schwamm er davon.

„Baby-Delfine“ durch Menschen gefährdet
Fachleute des Shenzhen Institute of Oceanography vermuten, dass Gezeiten oder Unterwasserlärm in der stark befahrenen Region den jungen Wal in die Bucht getrieben haben könnten. In der Region leben schätzungsweise rund 2500 Höckerwale. Zwar gilt das Perlfluss-Delta als vergleichsweise artenreich, doch die Tiere sind durch Fischernetze, Schiffsverkehr und Klimaveränderungen gefährdet.

Zwischen Felsen war ein junger Meeressäuger in seichtem Wasser gestrandet.
Zwischen Felsen war ein junger Meeressäuger in seichtem Wasser gestrandet.(Bild: kameraOne)

Die Rettung löste in sozialen Netzwerken große Resonanz aus. Tausendfach geteilt wurde das Video des Vorfalls, viele Nutzer lobten die schnelle Reaktion der Behörden und Helfer. Gleichzeitig erinnerten Umweltschützer daran, dass Strandungen ein Warnsignal seien. Der Biologe des Instituts erklärte: „Höckerwale sind ein Indikator für die Gesundheit unserer Ozeane. Ihr Schutz ist ein langfristiger Auftrag.“

Behörden: Bitte nicht selbst eingreifen
Die Behörden verweisen in diesem Zusammenhang auf Programme wie die „Blue Bay“-Kampagne, die den Schutz der Küstenregion stärken soll. Wer in Shenzhen auf gestrandete Meerestiere stößt, soll die Hotline der State Oceanic Administration (12395) verständigen, anstatt eigenständig einzugreifen, um die Tiere nicht zusätzlich zu gefährden.

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