Ärzte als Beschuldigte

Landeskliniken: „Sind traurig über den Todesfall“

Salzburg
02.09.2025 17:00

Nach dem Tod einer Salzburgerin (83) im März aufgrund eines fatalen Tabletten-Irrtums wird gegen zwei Oberärzte der Salzburger Landeskliniken ermittelt – wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Das Landesspital reagierte mit einer Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen und äußerte Mitgefühl.

Eine Stadt-Salzburgerin (83) war nach einer Operation in der Geriatrie-Abteilung der Christian-Doppler-Klinik. Sie bekam dort, wie nach OPs üblich, starke Schmerzmittel – genauer geht es um Novalgin mit dem Wirkstoff Metamizol.

Unverträglichkeit stand im Krankenakt
39 Tage lang bekam die 83-Jährige die Tabletten, am 20. März verstarb sie. Nach einer Selbstanzeige beauftragte die Salzburger Staatsanwaltschaft die Gerichtsmedizin mit einem Gutachten zur Todesursache.

Ergebnis: Der Tod der Frau ging auf die Verabreichung von Novalgin zurück, weil die Frau eine Unverträglichkeit hatte. Diese war auch im Krankenakt vermerkt. Deshalb wird jetzt gegen zwei behandelnde Oberärzte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Patientin bekam die falschen Tabletten verabreicht.
Patientin bekam die falschen Tabletten verabreicht.(Bild: Markus Wenzel)

„Wir alle sind sehr traurig über den Tod der Patientin“, teilt der Sprecher der Landeskliniken mit. „Auch für lang gediente Mitarbeitende im Gesundheitssystem ist es belastend, wenn sie Patientinnen oder Patienten verlieren. Unser Mitgefühl gehört der Familie der Verstorbenen“, heißt es weiter.

Sicherheitsmaßnahmen verschärft
Den Todesfall nahmen die SALK zum Anlass, um die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen: beispielsweise wurde das Vier-Augen-Prinzip ausgeweitet. Zurzeit werde auch die sogenannte „elektronische Patientenkurve“ ausgerollt. Dadurch soll eine Fehlgabe von Medikamenten durch Sicherheitshinweise verhindert werden.

Stefan Rieder vom Weißen Ring, der die Angehörigen in dem Fall rechtlich vertritt, ortete gar eine „grobe Fahrlässigkeit“ und wunderte sich, dass es „niemandem aufgefallen“ ist.

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