Angst vor Kahlschlag

Obstbäume im Ländle akut von Feuerbrand bedroht

Vorarlberg
25.07.2025 12:45
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Eine gefährliche Bakterienkrankheit, deren Symptom der sogenannte Feuerbrand ist, hat zahlreiche Bäume und Pflanzen in Vorarlberg befallen. Doch wie wird die Krankheit übertragen und was ist zu tun, wenn diese um sich greift?

Gefährdet sind neben dem klassischen Kernobst (Apfel, Birne, Quitte etc.) auch kernobstartige Zier- und Wildsträucher. Dazu gehören unter anderem die Zwergmispel, Weißdorn, Feuerdorn, Vogelbeere – also im Prinzip alle Gewächse, deren Früchte beim Durchschneiden ein kleines Kerngehäuse aufweisen.

Feuerbrandbakterien können über viele Jahre in befallenen Pflanzen existieren – auch wenn der Baum äußerlich gesund wirkt. Die Weiterverbreitung geschieht hauptsächlich während der Blütezeit, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum höher als 23 Grad liegen. Insekten nehmen die Bakterien in befallenen Blüten auf und übertragen diese auf gesunde Pflanzen in der Umgebung. Was auch bedeutet: Binnen kürzester Zeit kann sich die Krankheit auf große Bestände übertragen. 

Ein von Feuerbrand befallener Birnenbaum
Ein von Feuerbrand befallener Birnenbaum(Bild: Landwirtschaftskammer Vorarlberg)

Breites Maßnahmepaket
Doch was ist zu tun, wenn die Pflanze sichtbar befallen ist? Bleibt zum einen der Kahlschlag: Zier- und Wildpflanzen sollten auf jeden Fall entfernt werden.  Obstgehölze können nach Angaben der Vorarlberger Landwirtschaftskammer bei schwachem Befall auch saniert werden. Hierfür gibt es eine entsprechende Anleitung. Müssen befallene Obsthochstämme gerodet werden, kann stark vergünstigt ein Ersatzbaum einer feuerbrandrobusten Sorte über die jährliche „Nachpflanzaktion“ der Landwirtschaftskammer bezogen werden.

Empfindliche Sorten durch robuste ersetzen
Die langfristige Strategie der Kammerverantwortlichen sieht vor, empfindliche Pflanzen und Sorten nach und nach gegen robustere auszutauschen. Darum gibt es inzwischen ein Auspflanzverbot für alle Zwergmispelarten (Cotoneaster) und Weißdorn. Außerdem wurden umfangreiche Obstbaum-Pflanzaktionen durchgeführt. Um dem Ziel, eine flächendeckende Resistenz gegen den Feuerbrand aufzubauen, näherzukommen, müssten stark befallene Obstbäume konsequent entfernt werden, da im Grunde jeder kranke Baum eine „Epidemie“ auslösen könnte.

Feuerbrand ist meldepflichtig
Wichtig zu wissen: In jeder Vorarlberger Gemeinde gibt es einen Feuerbrand-Beauftragten. Die entsprechend geschulte Person begutachtet bei Verdachtsmeldungen die Pflanze und entscheidet über weitere Maßnahmen, die sie dem Pflanzenbesitzer auch auftragen darf. Sollten Kosten für das Entfernen oder Sanieren von befallenen Pflanzen anfallen, werden diese zu zwei Dritteln durch Gemeinde und Land getragen.

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