Rot gegen Schwarz – so lautet im weiten Land wie bei vielen politischen Auseinandersetzungen auch in der Teilzeit-Debatte die Devise. Die SPÖ sieht die Unternehmer in der Pflicht. Die Wirtschaft sieht das naturgemäß anders.
All jene, die nur noch weniger als 40 oder 38,5 Stunden pro Woche arbeiten, scheinen zuletzt ins Zwielicht geraten zu sein. Vom Wirtschaftsminister abwärts wird landauf, landab mehr Vollzeit gefordert. Jetzt ist das Reizthema auch in NÖ angekommen.
Die Debatte über Teilzeit geht am Kern völlig vorbei. Wer das Thema Arbeit wirklich angehen will, muss Probleme lösen, nicht die Menschen beschimpfen.
Sven Hergovich, SPÖ-Landesvorsitzender
Höhere Zuschläge gefordert
SPÖ-Vorsitzender Sven Hergovich sieht die Debatte allerdings als Themenverfehlung. Statt die Arbeitnehmer will er vermehrt die Unternehmer in die Pflicht nehmen. Sein Vorschlag: „Überstundenzuschläge von 50 Prozent für alle, egal ob Voll- oder Teilzeit.“ Denn in vielen Branchen sei es üblich, hauptsächlich Teilzeitstellen anzubieten, sagt Hergovich: „Damit bei den Überstunden gespart wird, denn Teilzeitkräfte erhalten nur 25-Prozent-Zuschläge.“
Es geht nicht um Menschen mit Betreuungspflichten. Es geht darum, die Lifestyle- Entscheidung, Teilzeit zu arbeiten, unattraktiver zu machen.
Wolfgang Ecker, WKNÖ-Präsident
Niedrigere Steuern gefordert
Dem widerspricht entschieden Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker: „Die Betriebe brauchen und wollen Vollzeitarbeitskräfte.“ Denn Teilzeit erhöhe die Produktionskosten und schade der Wettbewerbsfähigkeit. Sein Rezept für mehr Vollzeit: „Es müssen Verbesserungen im Steuerrecht geschaffen werden.“ Ein Frei- oder Absetzbetrag und eine Senkung der mittleren Steuertarifstufe würden zur Vollzeitarbeit motivieren, sagt Ecker.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.