Verschobene Feiertage ließen die Nächtigungen im Mai kurzfristig einbrechen, doch teilweise gab es sogar ein Plus: Nach der Wiederbelebung der Flugverbindung Linz-London kamen mehr Briten auf Besuch nach Oberösterreich. Das immer spontanere Buchungsverhalten der Gäste bereitet der Branche Kopfzerbrechen.
Oberösterreich verzeichnete im Mai fast zehn Prozent weniger Nächtigungen von ausländischen Gästen als im Vorjahr, nämlich „nur“ rund 318.000. Ein Alarmsignal für den heimischen Tourismus, ausgerechnet zum Start der Sommersaison?
Mitnichten, denn für das Besucher-Minus – auf ganz Österreich gerechnet waren es laut Statistik Austria sogar 17 Prozent weniger Nächtigungen von ausländischen Gästen – gibt es eine Erklärung. „Wir haben in diesem Zeitraum drei ,Zwickelwochenenden’: Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Die waren im letzten Jahr allesamt im Mai“, sagt Stefan Praher, Spartengeschäftsführer für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKOÖ. Diese reisestarken verlängerten Wochenenden haben sich heuer großteils in den Juni verlagert – und das sehe man eben auch an den Nächtigungszahlen.
20 Prozent mehr Briten
Am liebsten besuchen uns nach wie vor die Deutschen: Fast die Hälfte der internationalen Nächtigungen entfiel auf die „großen Nachbarn“. Dahinter folgen Gäste aus Tschechien (rund 22.000 Nächtigungen im Mai), Ungarn (12.500) sowie Polen und Holland (jeweils rund 11.000).
Interessant ist: Bei den Besuchern aus Großbritannien verzeichnete Oberösterreich ein Plus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Praher führt das auf die Flugverbindung Linz-London zurück – seit Herbst 2024 ist die Landeshauptstadt nach sechsjähriger Pause wieder direkt mit dem Vereinigten Königreich verbunden.
Gäste entscheiden sich immer kurzfristiger
Das Mai-Minus ist also erklärbar, und die Betriebe sehen die bisherige Buchungslage für den Sommer „optimistisch und positiv“, sagt Spartengeschäftsführer Praher. Eitel Wonne ist im Tourismus dennoch nicht alles.
„Wir sehen, dass die Buchungen immer kurzfristiger werden. Das ist für unsere Betriebe eine Riesenherausforderung“, so Praher. Dazu kommen Kostenerhöhungen, unter denen auch andere Branchen stöhnen. „Wir sind als Gastronomie und Hotellerie am Ende der Nahrungskette“, formuliert es Praher. Personal-, Energie- und Mietkosten seien gestiegen – diese Preissteigerungen können nicht eins zu eins weitergegeben werden. „Das hat die Konsequenz, dass sich der Umsatz positiv entwickelt, aber das Betriebsergebnis nicht im selben Ausmaß.“
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