Öffi-Tarifreform

Opposition wirft Bitschi geschönte Zahlen vor

Vorarlberg
23.07.2026 05:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Wogen rund um die umstrittene Tarifreform im Vorarlberger Verkehrsverbund glätten sich nicht. Im Gegenteil: Nach anhaltendem Unmut über Preissteigerungen gerät der zuständige Verkehrslandesrat und Landesstatthalter Christof Bitschi nun wegen mutmaßlich falscher Datengrundlagen unter Druck.

85 Prozent der Fahrten seien gleich teuer oder billiger geworden, hatte Verkehrslandesrat Christof Bitschi (FPÖ) behauptet – offenbar sind es aber nur 56 Prozent aller Fahrten. Genau deshalb holen die Vorarlberger Oppositionsparteien nun zum Rundumschlag aus. Besonders scharf reagiert die SPÖ. Deren Klubobmann Mario Leiter sieht eine „besorgniserregende Entwicklung“ und fordert lückenlose Aufklärung per Landtagsanfrage. „Seit dem Start der Tarifreform vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Probleme auftauchen oder nachgebessert werden muss“, kritisiert Leiter.

Zahlenchaos folgt auf Tarifwahnsinn
Zuerst seien es massive Preissteigerungen, unverständliche Tarifgrenzen sowie technische Probleme gewesen. Nun komme die Frage hinzu, ob die Öffentlichkeit womöglich bewusst getäuscht wurde. „Jetzt stellt sich auch noch heraus, dass jene Zahlen, mit denen Landesstatthalter Bitschi die Reform öffentlich verteidigt hat, anscheinend nicht stimmen. Auf den Tarifwahnsinn folgt damit also nun auch noch das Zahlenchaos!“ Bitschi müsse endlich Verantwortung für diesen Tarifwahnsinn übernehmen und endlich im Sinne der Fahrgäste und des Verkehrsverbundes handeln.

Versteckspiel hinter falschen Zahlen
Ins gleiche Horn stoßen die Grünen, die ebenfalls eine Anfrage zur Datengrundlage einbringen. Grünen-Klubobmann Daniel Zadra fordert eine umgehende Rücknahme der Preiserhöhungen. „Es ist inakzeptabel, dass sich Landesstatthalter Bitschi offenbar hinter falschen Zahlen versteckt, um seine massiven Teuerungen bei den Öffi-Tarifen zu rechtfertigen.“ Zadra kritisiert zudem die Grundausrichtung der Regierungsarbeit im Landhaus. Die schwarz-blaue Landesregierung belaste die Vorarlberger mitten in der Teuerungswelle mit erhöhten Preisen für Öffi-Tickets. „Das ist inakzeptabel!“

Neos orten „eklatanten Führungsmangel“
Schwere Vorwürfe kommen auch von den Neos, die dem Mobilitätslandesrat grundlegende Schwächen in der Amtsführung attestieren. „Nach der Führerschein-Causa ist das nun bereits das zweite Mal, dass Christof Bitschi eklatante Führungsmängel erkennen lässt – erneut zum Schaden der Vorarlberger“, wettert Parteichefin Claudia Gamon. Die Tarifreform als sein erstes großes Projekt in politischer Verantwortung ende in einer „katastrophalen Karambolage“.

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