Neue Studie

Zahl der Frauen in Top-Positionen steigt langsam

Steiermark
02.07.2025 16:00

Neue Studie des Vereins Felin zeigt, dass Männer in der Steiermark immer noch viel öfter Firmen und Konzerne leiten. Der Anteil der Geschäftsführerinnen ist von sieben auf vier Prozent gesunken. Großer Anstieg hingegen bei den Aufsichtsräten.

Seit 2017 präsentiert der Verein Felin (Female Leaders Initiative) alle zwei Jahre eine Studie zu weiblichen Führungskräften in der Steiermark. Bei den Top-100-Unternehmen nach Umsatz und den Beteiligungsgesellschaften des Landes und der Stadt Graz zählt Studienautorin Lisa Mittischek die Frauen in der ersten Führungsebene.

Das am Mittwoch vorgestellte Ergebnis zeigt Licht und Schatten. So stieg der Anteil der Frauen der ersten Führungsebene bei den Top-100-Unternehmen auf 15 Prozent, das bedeutet plus ein Prozent im Vergleich zu 2023. Der genaue Blick zeigt aber: Nur 4 Prozent der Geschäftsführer sind weiblich, 2023 waren es noch 7 Prozent. 8 Prozent beträgt der Frauenanteil im Vorstand und 21 Prozent in den Aufsichtsräten.

Nach Branchen gegliedert ist der Dienstleistungsbereich jener mit den meisten Chefinnen, der Handel schneidet mit elf Prozent mitunter am schlechtesten ab – „das ist interessant, da die Branche ja sehr frauendominiert ist“, sagt Mittischek. 

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Von null auf 42 Prozent Frauenanteil
Dass Frauenquoten wirken, zeigen die Aufsichtsräte der drei börsennotierten Unternehmen in der Steiermark – AT&S, ams-Osram und Andritz AG. Seit 2018 verpflichtet das Gleichstellungsgesetz zu einem Anteil von mindestens 30 Prozent. Alle drei Unternehmen übererfüllen die Quote, 38 Prozent sind es insgesamt. Die ams-Osram hat sogar 42 Prozent Frauen im Kontrollorgan, 2017 waren es null. 

Stärker repräsentiert sind Frauen nur in den Beteiligungsgesellschaften. 24 Landesgesellschaften haben einen Aufsichtsrat, Beispiele sind die Energie Steiermark, der Verkehrsverbund oder das Universalmuseum Joanneum. Hier saßen Frauen auf 39 Prozent der Sessel. In der Stadt Graz halten Frauen sogar mehr als die Hälfte der Positionen, nämlich 55 Prozent. 

Zitat Icon

Frauen, wenn ihr gefragt werdet, ob ihr eine Führungsposition übernehmen wollt: Traut euch und sagt ja!

LH-Stellvertreterin Manuela Khom

Flexible Arbeitszeit am wichtigsten
Neben der Zahlen-Erhebung hat Mittischek auch 228 Unternehmen, Betriebsrätinnen und Angestellte befragt, welche Gleichstellungsmaßnahmen sie als wirksam erachten. Einigkeit zwischen den Befragten herrschte bei flexiblen Arbeitszeitmodellen mit fast drei Viertel Zustimmung, transparente Kriterien und Gehalt hielten Angestellte (50 Prozent) für wichtiger als Unternehmen (40 Prozent).

Frauenquoten fand nur ein Drittel der Unternehmen wirksam, aber 49 Prozent der Frauen. „Die Quote wirkt nur dann, wenn sie Teil eines Maßnahmenpakets ist“, sagt Mittischek. „Sonst führt sie zu Zwietracht.“ Je erfahrener und älter Frauen werden, sagt Christiane Katschnig-Otter vom Verein Felin, desto positiver stehen sie zu einer Geschlechterquote. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt