High-Speed-Game

"Sonic Lost World" stellt die Welt auf den Kopf

Spiele
05.11.2013 12:28
Segas ebenso niedlicher wie pfeilschneller blauer Igel Sonic ist zurück – und gibt in "Sonic Lost World" für Nintendos Wii U und den 3DS wieder Vollgas. Mit einem interessanten Mix aus 3D- und 2D-Action und hohem Tempo versucht Sega, die Stärken der Serie mit modernen Jump'n'Run-Elementen zu mischen. Dass man dabei Anleihen bei Nintendos "Super Mario Galaxy" genommen hat, zeigt sich auf den ersten Blick. Ob das funktioniert, hat krone.at getestet.

Die Handlung von "Sonic Lost World" wird Kenner des blauen Igels wohl kaum überraschen: Bösewicht Dr. Eggman hat Tiere entführt – niedliche Hasen, Mäuse, Kätzchen und sonstige Pelzträger – und will sie seiner Privatarmee hinzufügen. Sonic und Fuchs Tails verfolgen den Übeltäter per Flugzeug und werden prompt abgeschossen.

Die Notlandung führt die Helden in die eigentümliche schwebende Welt "Lost Hex", die Eggman und seine Lakaien besetzt haben. Eggman setzt seine Schurkentruppe, die "Deadly Six", auf Sonic an und versucht, dem Igel den Garaus zu machen. Die Unholde wenden sich nach einer Weile allerdings gegen Eggman, woraufhin dieser gemeinsame Sache mit Sonic machen muss, um seine einstigen Untergebenen zu stoppen.

Anleihen bei Nintendos "Super Mario Galaxy"
Die Story ist in der Praxis ebenso belanglos, wie sie sich liest. Sie ist in Wahrheit nur der Rahmen für eine Hüpf- und Rennorgie, die vor allem Fans schneller Kost bei Laune hält und schon auf den ersten Blick erkennen lässt, dass sich Sega für "Sonic Lost World" von Nintendos innovativem Jump'n'Run-Konzept aus "Super Mario Galaxy" inspirieren lassen hat.

Das kann man wiederum positiv oder negativ sehen. Dass Sonic auf in luftigen Höhen schwebenden Kugeln und Würsten sowohl an der Ober- als auch an der Unterseite herumflitzen kann, gibt dem Spiel Tiefe und öffnet eine Vielzahl alternativer Wege. Andererseits verwirrt es Spieler, die diese verschärfte Dreidimensionalität nicht gewohnt sind, mitunter auch ein wenig. Zumal die Levels nicht immer logisch aufgebaut sind.

Orientierungslos durch manche 3D-Levels
Der Tester jedenfalls, dem es auch bei "Super Mario Galaxy" mitunter zu bunt wurde, wusste in "Sonic Lost World" beim Spielen mehr als einmal nicht mehr, wo denn nun oben und unten ist. Erst nach einer kurzen Gewöhnungsphase kam er mit der Spielmechanik klar, die im weiteren Spielverlauf aber auch für spaßige Momente gut war.

Glücklicherweise schickt Sega die Spieler in "Sonic Lost World" nicht nur in dreidimensionalen Levels mit fliegenden Objekten auf die Jagd nach Ringen und Dr. Eggman, sondern auch in ganz klassischen 2D-Levels, wie man sie aus alten Sonic-Games für MegaDrive und Konsorten kennt. In der Mehrzahl sind zwar die 3D-Levels, die 2D-Einlagen lockern das Gesamtpaket jedoch angenehm auf und sorgen für einen spaßigen Mix aus Alt und Neu.

Spieltempo führt mitunter zu Kontrollverlust
Das Spieltempo ist dabei sowohl in den 2D- als auch in den 3D-Levels sehr hoch - vielleicht eine Spur langsamer als in anderen Sonic-Games, aber immer noch weit schneller als bei Mario oder Rayman. Immer wieder gilt es, Sonic als zusammengerollte Kugel mit Highspeed durch die Levels zu jagen, zu sprinten – und zwischendurch Gegner mit einem gezielten Sprung und anschließendem Tritt zur Strecke zu bringen. Vereinzelt nehmen Hüpfpassagen, bei denen es auf Präzision ankommt, etwas Tempo aus dem ansonsten ausgesprochen rasanten Spiel.

Diese Passagen erwiesen sich im Test als wohltuende Abwechslung zum Highspeed-Gameplay. Es kann in "Sonic Lost World" nämlich trotz eingängiger Steuerung durchaus vorkommen, dass der blaue Igel mit einem dermaßen hohen Tempo durch die Levels rast, dass man als Spieler nicht mehr unbedingt das Gefühl hat, das Geschehen am Bildschirm wirklich unter Kontrolle zu haben, und mehr durch Glück als durch Können Gegnern und Objekten auszuweichen. Da helfen auch die verschiedenen im Spiel erhältlichen Power-ups nichts, die Sonic beispielsweise in einen Vogel oder andere Spezialformen verwandeln.

Hübscher Comic-Look, abwechslungsreiche Levels
Während das Gameplay von "Sonic Lost World" für Kenner anderer Jump'n'Run-Serien gewöhnungsbedürftig schnell ist, ist die Optik des neuen Sega-Games sehr hübsch geworden. Das Game kommt in der Wii-U-Version in Full-HD-Qualität daher und sorgt dadurch für einen sehr stimmigen, bunten und scharfen Comic-Look am TV-Gerät.

Die Levels selbst sind einfallsreich gestaltet und bieten zahlreiche Schleichwege und versteckte Extras. Dass sich Sonic während seines Abenteuers im Kampf gegen die "Deadly Six" durch verschiedene Landschaften – Steppen, Wüsten, Wälder - kämpft, sorgt für Abwechslung. Und die Zwischensequenzen erzählen die Hintergrundgeschichte in ansprechenden Bildern.

Gewöhnungsbedürftige Sprecher, witziger Multiplayer
Während die Zwischensequenzen optisch hübsch gemacht sind, hinterließen beim Testen die deutschen Synchronsprecher einen weniger guten Eindruck. Die wirken zwar stets bemüht, konfrontieren ältere Spieler allerdings mit teils quietschenden Zeichentrick-Stimmen, die mitunter nerven. Jüngere Spieler mögen sich damit anfreunden können, im Zweifelsfall bevorzugen wir dann aber doch die Variante, in der die Comic-Helden nur Gebrabbel von sich geben und ohne echte Sprachausgabe auskommen. Der Soundtrack fügt sich hingegen gut in das Spiel ein, und auch die Umgebungsgeräusche und Effekte sind gut getroffen.

Einen Mehrspielermodus hat Sega "Sonic Lost World" ebenfalls spendiert. Der bietet zwei verschiedene Modi – einen kooperativen und einen Wettbewerbs-Modus. Während bei Letzterem ein Spieler am TV-Gerät spielt und der andere am Gamepad-Display versucht, schneller als der Mitspieler durch den Level zu rasen, steuert im Koop-Modus einer der beiden Spieler ein ferngesteuertes Fahrzeug, das Sonic auf seinem Weg durch "Lost Hex" unterstützt.

Fazit: Mit "Sonic Lost World" liefert Sega ein wegen seines unkonventionellen und teils unlogischen Leveldesigns gewöhnungsbedürftiges und wegen seines hohen Tempos forderndes Jump'n'Run ab, das vor allem hartgesottene Sonic-Fans erfreuen dürfte. Der Mix aus 2D- und 3D-Gameplay verbindet alte und neue Spielelemente und sorgt für Abwechslung, die Story ist entbehrlich. Dank HD-Grafik und niedlichen Comic-Charakteren stimmt die optische Verpackung, der Sound hingegen überzeugt nicht vollends. Fans des blauen Igels sollten aber trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Plattform: Wii U (getestet), 3DS
Publisher: Sega
krone.
at-Wertung: 7/10

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