Sa, 21. Juli 2018

Experiment in China

29.09.2013 09:14

Shanghai hat neue Freihandelszone eröffnet

In einem Schritt zur testweisen Liberalisierung seiner Währung hat China am Sonntag in Shanghai eine neue Freihandelszone eröffnet. "Das ist der Start für ein Testgebiet der Marktreformen der chinesischen Führung", beschrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Beginn. Experten sprachen von einem Meilenstein auf dem Weg zur Liberalisierung des Yuan oder Renminbi, wie Chinas Währung auch genannt wird.

Die Zone erstreckt sich über knapp 29 Quadratkilometer im Stadtteil Pudong im Osten von Shanghai. Nach langen Spekulationen hatte der Staatsrat in Peking am Freitag das zentrale Ziel bekräftigt: Die chinesischen Währung soll frei konvertierbar werden - zumindest schrittweise. Aber wann und in welchen Schritten, das ist noch nicht klar.

Wird Internetzensur auch gelockert?
Zudem kündigte der Staatsrat an, dass weitere Sektoren die experimentelle Freiheit in Shanghai genießen dürfen. Dazu gehören Finanzen, Schifffahrt und Kultur. Das Versprechen lautet: weniger Steuern, weniger Bürokratie, weniger Zölle. Internationale Medien hatten sogar berichtet, die Internetzensur werde in der Region weitgehend aufgehoben. Daraufhin entgegnete die Staatszeitung "Huanqiu Shibao", die Berichte seien maßlos übertrieben.

Vier chinesische Großbanken sollen sich bereits beworben haben, um in der Freihandelszone arbeiten zu dürfen, berichtete Xinhua. Sie soll der entscheidende Baustein werden, der Shanghai bei seinem Plan hilft, bis zum Jahr 2020 zu einem internationalen Finanzzentrum aufzusteigen. Denn bisher gelten strenge Beschränkungen für Chinas Finanzsektor. Der Kapitalverkehr der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde ist stark abgeschottet. Der Yuan ist zwar im Warenverkehr umtauschbar, aber nicht in Kapitaltransaktionen.

"Alles ist erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist"
Die Regierung hatte im Juli erstmals von den Plänen für die Zone gesprochen, die bereits als "Mini-Hongkong" bezeichnet wird. Premierminister Li Keqiang lobte das Experiment in Shanghai zwar als Symbol für den Wandel der Wirtschaftsstruktur, sprach aber nur vage von konkreten Regeln für das Gebiet. Dort solle das Motto gelten: "Alles ist erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist." Allerdings stehen laut Staatsmedien bereits 10.000 beschränkte Geschäftsbereiche auf der Negativliste.

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