Beeindruckender Gesang war am Dienstagabend bei der Operngala der Osterfestspiele zu hören. Seokjong Baek zeigte sein Talent als Tenor. Was für einen Stimmfachwechsel von Bariton auf Tenor notwendig ist, erklärt ein Mozarteum-Professor der „Krone“.
Die Operngala der Osterfestspiele mit verschiedenen Werken (u. a. Verdi) am Dienstagabend verzauberte das Publikum. Neben dem Mozarteumorchester standen dabei Sondra Radvanovsky (Sopran), Boris Pinkhsovich (Bariton) und Seokjong Baek auf der Bühne. Der Südkoreaner wechselte während der Pandemie sein Stimmfach – von Bariton auf Tenor. „Das ist keine Seltenheit“, sagt Mario Díaz, seit 2009 Gesangsprofessor am Mozarteum.
Auf den Spuren von Opern-Legenden
Er selbst hat diesen Wechsel einst unter Nicolai Gedda vollzogen. Weitere prominente Beispiele: Placido Domingo und Giuseppe Giacomini. Díaz begleitete bereits viele Sänger auf diesem Weg. Dieser kann unterschiedlich lange dauern. Zentral ist dabei das Passaggio, der entscheidende Übergang zwischen Kopf- und Bruststimme.
Diesen gilt es für einen erfolgreichen Wechsel zu meistern. „Um sicherzustellen, dass die Stimme in allen Registern stabil und klangvoll bleibt“, erklärt Díaz. Für den Erfolg braucht es auch die richtige Persönlichkeit. „Als Heldentenor bewegt man sich stets zwischen Leben und Tod. Es herrscht immer Spannung“, sagt der Experte.
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