Außenminister warnt:

Russland bleibt existenzielle Bedrohung für Europa

Außenpolitik
03.04.2025 20:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Ukraine verlangt von der NATO stärkeren Druck auf den Kreml, um eine Friedenslösung zu erzielen. Unterdessen gibt es in den Reihen der russischen Soldaten immer mehr Tote zu beklagen.

Während sein Land den US-Vorschlag für einen 30-tägigen Waffenstillstand ohne Vorbedingungen angenommen habe, stelle der russische Präsident Wladimir Putin Bedingungen, bemängelte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha vor Beratungen mit seinen NATO-Kollegen bei einem Auftritt mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel.

„Russland muss es mit dem Frieden ernst meinen. Dafür ist es an der Zeit, den Druck auf Moskau zu erhöhen“, fügte er hinzu. „Dies ist ein historischer und entscheidender Moment für die Zukunft der Ukraine und Europas“, meinte Sybiha. „Er erfordert unsere Stärke, unser Engagement und unsere Einheit. Und ich bin sicher, dass wir sie finden werden.“

Angesichts der Diskussion über die von US-Präsident Donald Trump verkündeten neuen Handelszölle warnte er, man dürfe „nicht vergessen, dass in Europa ein echter Krieg tobt. Russland bleibt eine existenzielle Bedrohung für Europa.“

Eine von Washington vermittelte Vereinbarung über den gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen Energieanlagen gilt laut dem Kreml seit dem 18. März. Beide Seiten warfen sich aber praktisch umgehend Verstöße gegen die Abmachung vor.

Einer von den USA ebenfalls vorgeschlagenen und von der Ukraine befürworteten Waffenruhe zu Wasser, zu Lande und in der Luft hingegen hat Russland nicht zugestimmt. Putin verlangt dafür zuerst eine Lösung der grundlegenden Ursachen für den Krieg, darunter etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Betritt.

NATO: Rund 900.000 russische Soldaten getötet oder verletzt
Die russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der NATO zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher NATO-Beamter sprach in Brüssel am Rande eines Außenministertreffens von bis zu 250.000 Toten. Insgesamt bezifferte er die Zahl der getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 900.000.

Allein für Februar wird von mehr als 35.100 russischen Verlusten ausgegangen. Mit Verlusten sind immer getötete oder verletzte Soldaten gemeint. Ende Oktober 2024 hatte die NATO noch von mehr als 600.000 Verlusten gesprochen.

Zum Hintergrund der stark gestiegen Zahlen sagte der NATO-Beamte, ein großer Teil sei darauf zurückzuführen, dass es zuletzt eine Ausweitung der Kampfzonen gegeben habe. Zudem seien auch Militäroperationen zum Teil etwas intensiver gewesen.

Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet. Die Gesamtzahl der in der russischen Grenzregion Kursk stationierten Nordkoreaner gab der NATO-Beamte mit rund 11.000 an. 3500 weitere wurden den Angaben zufolge im Jänner und Februar zu Trainingszwecken nach Russland geschickt.

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