Hütte abgerissen
Palästinenser-Familie wohnt nun in einer Höhle
Die Höhle hat bis vor Kurzem als Stall der Familie gedient. Aber nun sei er "gezwungen worden, hier Unterschlupf zu suchen", erklärt Khaled Zir. "Ich wollte ja eigentlich ein Haus mieten, aber hier gibt es keine Häuser, die man mieten kann. Araber bekommen auch keine Lizenz, um Häuser zu bauen", so das Familienoberhaupt.
"Wohnhöhle" mit Fernseher und Kühlschrank
Aber Khaled, seine Frau und die fünf Kinder wollen nicht aufgeben und machen das Beste aus ihrer traurigen Situation. All ihr Hab und Gut befindet sich nun in der Höhle. Es gibt ein Wohnzimmer mit Fernsehecke und einen eigenen Schlafbereich. Verderbliche Lebensmittel werden im Kühlschrank gehortet. Jeder Raum ist mit Licht ausgestattet. Nur zum Duschen müssen sich die Familienmitglieder zu Verwandten begeben.
Khaled gibt sich jedoch nicht geschlagen: "Wir bleiben hier. Wir sind geduldig und bleiben in der Höhle, egal ob die Sonne scheint, ob es regnet oder schneit", lautet seine Devise.
Das Schicksal der Familie Zir ist nur eines von vielen. In den vergangenen zehn Jahren wurden laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem mehr als 400 Häuser von Palästinensern dem Erdboden gleichgemacht - und damit rund 1.700 Menschen obdachlos. Dieses Jahr wurden demnach bereits 30 Wohnstätten niedergewalzt.
Stadtverwaltung: "Nur unbewohnbare Blechgebilde entfernt"
Die Stadtverwaltung wiederum beruft sich auf das Gesetz und sieht sich im Recht: Die Stadt hat lediglich "unbewohnbare Blechgebilde auf öffentlichem Grund entfernt", hieß es in einer Stellungnahme. Auf dem betroffenen Gebiet solle demnächst ein Nationalpark errichtet werden, weshalb es nicht für den privaten Wohnbau zur Verfügung stehe.
B'Tselem widerspricht dem zwar nicht, meint aber, dass die groß angelegten Abrissarbeiten sehr wohl auch politisch ausgenützt würden, um den Druck auf die in Ostjreusalem wohnenden Palästinenser zu erhöhen. Die Organisation vermutet, dass damit der endgültige Abzug der arabischstämmigen Bevölkerung erreicht werden soll.
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