Obama am Zug
USA prüfen militärische Intervention in Syrien
Der US-Präsident und Cameron bekräftigten laut Weißem Haus erneut ihre "ernste Sorge" angesichts der Chemiewaffenvorwürfe. Beide Seiten wollten sich weiter "eng abstimmen". Die britische Regierung teilte mit, es gebe "zunehmend Hinweise darauf, dass es sich um einen Einsatz von Chemiewaffen durch Syriens Regime gegen sein eigenes Volk handelte".
Obama lässt "Fakten und Beweise" zusammentragen
US-Präsident Barack Obama traf sich nach Angaben des Weißen Hauses mit seinen führenden Sicherheitsberatern. Er habe die Geheimdienste beauftragt, "Fakten und Beweise" zusammenzutragen, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses. Die Regierung habe eine Reihe von Optionen und werde den "nationalen Interessen" entsprechend handeln.
Das US-Verteidigungsministerium ist nach den Worten von Ressortchef Chuck Hagel grundsätzlich auf eine militärische Intervention in Syrien vorbereitet, sollte sich Präsident Obama für diese Option entscheiden. Hagel sagte am Sonntag bei einem Besuch in Malaysia, Obama habe um Vorbereitung aller Optionen gebeten. "Das haben wir getan."
Einsatz von Giftgas wir weiterhin dementiert
Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen mit Chemiewaffen in der Nähe der Hauptstadt Damaskus mehr als 1.300 Menschen getötet worden. Die Opposition machte die Truppen von Präsident Bashar al-Assad für den Einsatz verantwortlich. Die syrische Regierung wies das vehement zurück.
Am Samstag bekräftigte die Führung in Damaskus noch einmal, "niemals Chemiewaffen in Syrien eingesetzt" zu haben, "in welcher Form auch immer, flüssig oder als Gas". Informationsminister Omran al-Sohbi sagte dem im Libanon ansässigen Fernsehsender al-Majadin weiter, die Armee habe den Einsatz solcher Waffen aufgrund ihrer "hohen Moral" nicht nötig.
Druck vonseiten der UNO
Am Samstag traf die UNO-Abrüstungsbeauftragte Angela Kane in Damaskus ein, um auf einen freien Zugang der UN-Experten zu dringen. Die mit Assad eng verbündete iranische Regierung teilte mit, der Zugang werde gewährt.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete indes von mindestens 355 Patienten mit "neurotoxischen Symptomen", die in syrischen Krankenhäusern gestorben seien. Insgesamt seien etwa 3.600 Menschen mit derlei Anzeichen in Kliniken eingeliefert worden. Die Hilfsorganisation wies aber darauf hin, keine Aussage über Verantwortliche treffen zu können.
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