Hunderte Verletzte

Libanon: Dutzende Tote bei Anschlägen auf Moscheen

Ausland
23.08.2013 18:53
Mehr als 40 Menschen sind am Freitag bei einem Doppel-Anschlag in der nordlibanesischen Stadt Tripoli getötet worden. Zudem seien mehr als 500 Menschen verletzt worden, teilte der Leiter des Roten Kreuzes im Libanon, George Kettane, mit. Die Menschen starben durch zwei Bomben, die kurz hintereinander detonierten, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet von der Moschee auf die Straße traten. Es war der zweite große Terroranschlag in dem Mittelmeer-Staat binnen zwei Wochen.

Die erste Explosion ereignete sich vor der Al-Taqwa-Moschee im Stadtteil Al-Zahiriya. Der Imam der Moschee, Salem al-Rifai, ist dafür bekannt, dass er in seinen Predigten das syrische Regime von Präsident Bashar al-Assad attackiert. Die zweite Bombe detonierte wenige Minuten später vor der Salam-Moschee im Stadtteil Al-Mina.

Fernsehbilder zeigten Tote und zerstörte Autos, einige Fahrzeugwracks brannten. Mehrere Leute trugen eine Frau weg, deren Gesicht blutüberströmt war. An umliegenden Häusern waren die Fensterscheiben geborsten und Fassaden beschädigt.

EU und USA verurteilen Gewalt
Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich "entsetzt". Ashton verurteilte in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung die "Terroranschläge aufs Schärfste". Die Anwendung von Gewalt gegen Zivilisten sei "absolut inakzeptabel". Auch die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, verurteilte die Anschläge, sie bedauerte den "Verlust unschuldigen Lebens".

Die beiden Anschläge sind die blutigsten seit dem Ende des libanesischen Bürgerkriegs, der den einst blühenden Staat am östlichen Rand des Mittelmeers von 1975 bis 1990 erschütterte. Vor einer Woche waren bei einem Autobombenanschlag in einem schiitischen Vorort der Hauptstadt Beirut 27 Menschen getötet worden. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. 

Hisbollah ortet "radikalen Plan"
Die schiitische Hisbollah-Bewegung hatte nach dem Anschlag Rache geschworen. Mit den Bombenanschlägen in Tripoli habe sie jedoch - zumindest nach eigener Darstellung - nichts zu tun. Die Hisbollah verurteilte die Gewalt in der nördlichen Stadt und erklärte: "Es gibt einen kriminellen Plan, mit dem Ziel, Unfrieden unter den Libanesen zu säen." Radikale Sunnitenorganisationen schworen, ihre Gebiete fortan "mit eigenen Mitteln zu schützen".

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