Im Internet bekam die Minifläche vor einem Salzburger Wohnhaus einst einen Schmähpreis verliehen. „Deprimierendster Spielplatz“ war die wenig schmeichelhafte Bezeichnung. Jahre später zeigt sich: Viel geändert hat sich nicht ...
Ein bisschen Sand, ein einsames Schaukelpferd und daneben ein Stromkasten! Im Internet kürte man die Mini-Fläche vor einem Wohnbau in der Salzburger Hübnerstraße einst zum „deprimierendsten Spielplatz des Jahres 2021“. Ein Schmähpreis, auf den die Bauherren mit Sicherheit gerne verzichtet hätten.
Die „Krone“ berichtete mehrfach über den eigenwilligen Gebäudekomplex. Danach ließ man zunächst das Schaukelpferd abmontieren, leistete dann im Jahr 2022 gar eine sogenannte Ausgleichsabgabe an die Stadt Salzburg. Somit kaufte man sich quasi davon frei, einen Spielplatz errichten zu müssen. Denn: Eigentlich hätte der Neubau mit sieben Wohnungen und einem Geschäftslokal zwingend eben diesen bekommen müssen. Für derartige Bauten sind Spielflächen mit einer Größe von mindestens 45 Quadratmetern eigentlich verpflichtend – inklusive einer Sandkiste, Rutsche, Schaukel und Sitzgelegenheiten. Aber: „Die Baubehörde hat festgestellt, dass die Errichtung eines Spielplatzes nach den gesetzlichen Vorgaben an diesem Standort nicht möglich ist“, hieß es damals von der Stadt Salzburg. Aus der Fläche sollte ein kleiner Garten werden.
Die Baubehörde hat festgestellt, dass die Errichtung eines Spielplatzes nach den gesetzlichen Vorgaben an diesem Standort nicht möglich ist.
Angaben der Stadt Salzburg im Jahr 2022
Ein neuerlicher Blick in die Hübnerstraße zeigt aber: Die kleine Fläche ist noch immer kein Augenschmaus. Der Stromkasten ist mittlerweile mit Graffitis beschmiert, die Bauherren haben in die Sandfläche zwei Bäume gepflanzt.
Davon ist allerdings kaum etwas zu sehen. Derzeit steht ein Baugerüst im ehemals „deprimierendsten Spielplatz“ von ganz Salzburg.
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